Braucht man denn noch Atombomben ?
Ist die Schweiz führend im Bau neuer
Waffensysteme ?
Eine immer wieder empfehlenswerte Seite:

Weil hier bei Politik-Global schon ein Leser die Frage gestellt hatte, was es denn mit CERN auf sich habe. Hier wäre also die antwort dazu:
Zitat aus Zeit-Fragen :
CERN-Forschung für Antimaterie-Bomben?
von Prof. Dr. Hans Peter Aubauer
zf. Wir fragten den Wiener Physikprofessor Hans Peter Aubauer, welche Bedeutung für die Entwicklung neuartiger Waffensysteme von den Antimaterie-Experimenten im CERN ausgehen könnten.
1. Bomben, die die Annihilationsenergie zu ihrer Explosion ausnützen, die bei einer Vereinigung von Materie und Antimaterie frei wird, haben doch einige «Vorteile»:
a) Die zur Entwicklung ein und derselben Sprengkraft notwendige Menge an Antimaterie beträgt nur einen winzigen Bruchteil der Menge an Uran von Spaltungs-Atombomben («Uranbomben») und von Deuterium/Tritium von Fusions-Atombomben («Wasserstoffbomben»). Theoretisch könnten die Bomben daher viel kleiner sein als übliche Atombomben.
b) Die Annihilationsenergie wird schon dann frei, wenn die Antimaterie mit Materie in Kontakt kommt. Zur Auslösung der Explosion in der Bombe muss nicht vorher Energie hineingesteckt werden. Auch das vereinfacht den Bombenbau. Zwar muss zur Herstellung der Antimaterie am Boden (also ausserhalb der Bombe) ein Vielfaches der Energie investiert werden, die danach bei ihrer Wiedervereinigung mit Materie frei wird.
c) Theoretisch könnte die radioaktive Verseuchung bei der Explosion von Antimaterie-Bomben geringer sein. Beispielweise könnten es Strahlungsbomben mit wenig mechanischer Zerstörungswirkung sein, die allein mit Neutronenstrahlung töten, oder solche, die vor allem mechanisch zerstören.
2. Sobald ausreichende Mengen an Antimaterie (vor allem Antiwasserstoff aus Antiprotonen und Positronen) verfügbar sind, ist auch der Bau einer Antimaterie-Bombe realistisch geworden. CERN in Genf ist derzeit weltweit führend bei der Herstellung von Antimaterie. Das Lagern und Transportieren von Antimaterie ist nicht trivial, da sie ja nicht mit Materie in Kontakt kommen darf (sie wird dabei in elektrische und magnetische Felder eingebettet). Es ist aber machbar. In der Schweiz hergestellte Antimaterie könnte daher zum Bombenbau anderer Länder verwendet werden. Die Erzeugung der Antimaterie im CERN wäre danach nichts «Böses». A. Gsponer und J-P. Hurni bringen aber in ihrem Beitrag «Antimatter weapons (1946–1986): From Fermi and Teller’s speculations to the first open scientific publications» vom 2. Februar den treffenden Vergleich mit der Erfindung des Lasers im Jahr 1960. Damals fand man eine Lösung zu Problemen, die es noch nicht gab. Entsprechend dem vorherrschenden Wertesystem kann man mit Antimaterie nicht viel «Gescheiteres» anfangen als Bomben zu bauen.
3. Mit Antimaterie-Bomben könnte die Atomabrüstung und die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen unterlaufen werden, weil ihr physikalisches Prinzip ein wenig anders ist als das der üblichen Spaltungs- und Fusions-Bomben.
(c) 2008 Copyright Zeit-Fragen (Link siehe oben) Rumpelstilz 2008-10-13
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