Mittwoch, 16. April 2008

0804-11 / Was geht Deutschland der Gas-Krieg an?

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Was geht Deutschland der Gas-Krieg an?

Sehr viel, Deutschland ist erpreßbar!



POLITIK heißt KRIEG oder WIRTSCHAFT
(Es ist sowieso alles das Gleiche)



Gashandel – Wege und Irrwege

Und wer in Deutschland ist, für ihn bietet dieser Artikel einen Blick hinter die Kulissen - und das eigenartige "grappsch wie du kannst" der Ukraine.

Das Beziehungsgeflecht ist hier noch schwerer durchschaubar – vor allen Dingen seit andere Länder mitmischen, als nur die Beteiligten. Es geht dabei um Einflußnahme, ja auch Druck, wobei das Transitland und auch Verbraucherland Ukraine – obwohl stark betroffen – nur als Spielball der Interessen benutzt wird. Hinter den Kulissen finden heftige Kämpfe statt – eines der Ziele ist auch die Erpreßbarkeit Deutschlands über Abschneiden der Gaszufuhr. Die Mineralölversorgung hatte der beschuldigte Kohl, Helmut, bereits aus der Hand gegeben – hier geht es um die sichere Versorgung der Bundesrepublik mit Gas. Ohne Energie ist Deutschland am Ende!


Analyse: Jamalo-russischer Handel

Übersetzt aus / von: (einschließlich weiterführender Kommentare von Politik-Global)
" Аналитика: Ямалороссийская торговля
Rosukrenergo (RUE) отдыхает по сравнению с тем, какое жульничество творилось 15 лет в газовой сфере, признался как-то Владимир Путин. На самом деле RUE вполне вписывается в общую тенденцию …
Ирина Резник Ведомости 01.04.2008, №58 (2080)

Von "Vjedomosti" 01-04-2008, N°58 (2080) Irina Resnik / übersetzt Politik-Global /

Analyse: Jamalorussischer Handel

Rosukrenergo (RUE) ruht sich aus im Vergleich zu dem, was 15 Jahre Gaunerei im Gasbereich geschaffen haben, hat irgendwie Vladimir Putin gestanden. In der Tat RUE fügt sich völlig in die allgemeine Tendenz ein.

"Alle reichen Ukrainer haben so oder so ihre Milliarden mit russischem Gas verdient, Gas-Schulden und Skandalen", - davon ist der erste Leiter von "Naftogasa Ukraini" und vorheriger Geschäftsführer des ukrainischen Präsidenten Igor Bakai überzeugt. Der reiche Ukrainer Dmitri Firtasch, Miteigentümer der RUE, nannte respektvoll Bakai den "ersten großen Gashändler" im postsowjetischen Raum und Begründer des Konzeptes "Gas im Tausch für Waren" (Bartergeschäfte).

Die ganze Geschichte des russisch-ukrainischen Gashandels läuft auf eine Kette von Mittelsmännern hinaus, die der Reihe nach dieses Konzept vervollkommneten.
"Vedomosti" bat die Teilnehmer des russisch-ukrainischen Gashandels ihr ideales Konzept aufzuzeichnen:

Valentin Semljanski, Vertreter von "Naftogasa Ukraini"

"Am besten wäre es, wenn Naftogasa selbst das Gas in Mittel-Asien kaufen würde und für seinen Transit Eural T.G. bezahlen würde. Jetzt, da 'Gazprom' das gesamte Gas Turkmeniens unter Vertrag hat, wäre die beste Variante direkt bei 'Gazprom' zu kaufen, aber wenn das nicht möglich ist – bei einem Gemeinschaftsunternehmen von 'Naftogas' und 'Gazprom'. Dabei muß Gazprom verstehen, daß die Ukraine nicht bereit ist europäische Preise zu bezahlen.

Sergej Kuprijanov, Vertreter von Gazprom

"Nicht das Konzept ist wichtig, sondern die vertragliche Erfüllung. Jeglicher. Das wäre das Ideal. Das Problem liegt darin, daß mit beneidenswerter Beständigkeit – nach einem Jahr, maximal zwei Jahren nach Erreichen des laufenden Abkommens über ein "stabiles Liefer-Konzept" ändert sich in der Ukraine die Einstellung zu diesem Vertragswerk. Und alles beginnt von vorne, die Anhäufung von Schulden, die Drohungen mit der Verläßlichkeit für den Transit und neue Verhandlungen.

Igor Bakai, Unternehmer

"Um normale Beziehungen herzustellen, muß man vier Stadien durchlaufen. Das Erste: Spielregeln für alle GUS-Länder aushandeln, die Ukraine muß das Gas vollständig bezahlen. Zweitens: drei gemeinsame Unternehmen gründen – "Naftogasa" und "Gazprom" (für den Transport und den Verkauf des Gases an die Ukraine), "Gazprom" und West-Gesellschaften (für die Verteilung und Kontrolle – und nicht in Eigentum der ukrainischen Gastransport-Systeme (Pipelines) und Gazprom und Naftogasa (für den Kauf ab russischen Gaslagerstätten)."

Igor Makarov, Miteigentümer von 'Iteri'

"Der Idealfall wäre, wenn nicht ein, sondern zwei- drei normale Unternehmen arbeiten würden. Das würde eine gesunde Konkurrenzsituation schaffen. Aber wenn auf dem Gasmarkt normale Spielregeln errichtet werden würden, dann braucht man keine Vermittler mehr."

$ 1,3 Mrd.
Dies waren die Schulden im März 2008
$ 2 Mrd.
Maximale Schulden im gesamten Jahr 2001
$ 370 Mio.
Minimale Schulden im gesamten Jahr 2006

B I L D
Bild im Original bei Vjedomosti (<-- anklicken)

Vremja 'Respubliki' (Zeit 'der Republik')

Im Dezember 1991 brach die Sowjetunion zusammen, die alten republikanischen Abteilungen von 'Gazprom' wurden selbständige Gesellschaften. Einige verblieben mit dem Gas, jedoch ohne zahlungsfähige Kunden, wie zum Beispiel 'Turkmengazprom' oder andere wie 'Ukrgazprom', - mit europäischen Pipelines aber ohne Gas. Gemäß Angaben der ANT-Consulting (die 'Interpipe' und 'Iteru' beriet) erwarb die Ukraine im Jahr 1992 nur 20,9 Mrd. cbm Gas, benötigte jedoch 114,1 Mrd. cbm Gas. Dazu jedoch fehlte das Geld und auch der Wille es den ehemaligen Sowjetrepubliken zu bezahlen.

Tarel' Guceynov, der von 1992 bis 1996 die azerbaidschanische Regierungsgesellschaft 'Aztransgaz' leitete, erinnert, daß Azerbaidschan an Turkmenien im Tausch für Gas alles ohne Ausnahme lieferte, Mineralölindustrie Ausrüstungen, Schuhe, Pampers-Windeln, Cognac und sogar Süßwasser: "dies waren die vorteilhaftesten Handlungen, du nimmst einen Tanker und schickst Wasser". Natürlich wurde alles auf Vertragsbasis abgewickelt mit Managern von 'Gazprom', fügt der andere ehemalige Händler hinzu – die Pipelines waren in Russland.
In der Ukraine hatte Bakai das Konzept "Gas gegen Waren" eingeführt. Im Jahr 1994 erreichten die ukrainischen Schulden gegenüber Turkmenistan fast 800 Mio. USD und Turkmenistan stellte die Lieferungen ein.

Bakai versprach das Problem zu lösen. "Die Initiative ging von den Beamten aus Turkmenistan aus – sie entschieden, daß es vorteilhafter für ihn wäre, nicht für die ukrainische regierung zu arbeiten, sondern mit einer eigenen Gesellschaft", - erinnert er. Im März 1994 faßte die ukrainische Regierung den Beschluß, dem zufolge die Firma "Respublika" von Bakai die Exklusivität auf Lieferungen turkmenischen Gases und alle Konten (darunter auch die für den Transit über Gazprom) erhielt. Nach Turkmenien gingen Transporte mit Filzstiefeln und Gummistiefeln.

"Respublika" war die einzige einen Kontrakt für die Lieferung von Gas in die Ukraine zu haben, - sagt Bakai – und deshalb kamen Hunderte von Firmen zu mir, die versuchten von Turkmenien Geld für Warenlieferungen zu erhalten". Einer von ihnen, so sagt Bakai, führte ihn zu Gründer von 'Iteri' (die damals noch 'Omranija' hieß) zu Igor Makarov. So lernten sich die künftigen Partner im Kabinett des turkmenischen Ministers kennen: Makarov versuchte die Schulden für an Turkmenien gelieferte Waren zu erhalten und der Minister schlug vor diese mit Gaslieferungen zu verrechnen, die an das Konto von 'Respubliki' geliefert wurden. Makarov kommentiert dies nicht. Eine ähnliche Geschichte erzählte Firtasch: Angangs der 90-er Jahre ging er nach Turkmenistan um USD 3 Mio. zu erhalten und die Turkmenen bezahlten mit Gas, das Firtasch an Bakai verkaufte.

Für das Gas erhielten Makai und Makarov ukrainische Waren und verkauften an ihre Ländern zu Marktpreisen. Die Rentabilität dieser Bartergeschäfte schwankte zwischen 200 bis 300% aber wenn das Handelskonzept den chemischen, metallurgischen oder Maschinenbaubereich betrafen dann überstieg der Gewinn auch diese Ziffern, bestätigt einer der früheren Gashändler. Makarov widerspricht, die Rentabilität lag bei 14 – 16%.

Makarov gelang es die Anordnung des damaligen Premier-Ministers der Ukraine, Vitali Masola, zu erhalten, der 'Itera' den Zugang zu Fabriken im Land eröffnete. "Sie verrechneten für Gas, was möglich war: Fernseher, Kühlschränke, Medikamente, Nägel, Gummischuhe – mehr als 12 000 Artikel, - erinnert sich Makarov. – Konnte sich etwa Gazprom um all das kümmern? Vermittler durfte man zu dieser Zeit nicht übergehen.

Nach Berechnungen von ANT-Consulting, durch Vermittlerschaft von 'Respubliki' kamen in die Ukraine 10 Mrd. cbm turkmenischen Gases, über das die 'Respubliki' 500 Mio. USD verdiente. Bakai hat dies nicht kommentiert.

Im Sommer 1994 gewann Leonid Krawtschuk die Präsidentschaftswahlen gegen Leonid Kutschma. Damit begannen für 'Respubliki' schwere Zeiten. Kutschma gründete eine Regierungskommission, die aufklärte, daß sich die Regierungsschuld gegenüber Turkmenien um 664 Millionen Dollar reduzierte, daß seine Firma noch Turkmenien und Russland 240 Millionen schuldete. Alles zusammen ergab dies 904 Millionen Dollar. Dank 'Respubliki' erhöhte sich die Schuld der Ukraine um 100 Mio. USD, sagt ein ehemaliger ukrainischer Beamter. Die Firma konnte man nicht anklagen: Keinerlei Garantie wurde durch einen Regierungsbeschluß verlangt, die ukrainische Regierung stand in der Haftung, bekräftigte er.

"Dies war ein politisierter Prozeß," – davon ist Bakai überzeugt. Das Umfeld von Kutschma wollte auf diese Art arbeiten. Das einzige Ziel dieser Kommission war 'Respubliki' aus dem Geschäft zu werfen. Die Zeit für 'Respubliki' hatte wirklich geendet, aber man muß nicht nur Kutschma dafür danken, sondern auch Makarovs 'Itera'

Die Zeit von 'Itera'

"Ich hatte einem wichtigen Punkt nicht Rechnung getragen," gibt Bakai zu. Ich hatte ausgezeichnete Beziehungen zu Ukrainern und Turkmenen, aber ich hatte vergessen, daß der Hauptspieler in diesem Markt Russland ist. Makarov hatte dies früher verstanden und wußte, wie mit 'Gazprom' zu verhandeln ist." Zusammen hatten sie schnell 'Respubliki' hinausgedrängt", erinnert sich Bakai.

Makarov erzählt, daß die ersten die mit dem Leiter von 'Gazprom' Rem Vjachirev kamen im Januar 1995 ins Gespräch. Dem Geschäftsmann gelang es Vjachirev zu überzeugen. Der flexible Ausführende – 'Itera' – vermied Gazprom die Kopfschmerzen, mit Schuldnern in der Ukraine und anderen GUS-Ländern zu arbeiten. Außerdem verschloß sich der Gas-Markt der Ukraine mit dem Gas aus Turkmenistan, was dem Konzern Exportkapazitäten freisetzte.

In den Mitte 90-er Jahren stand Gazprom wie auf zwei Eisschollen: "die russischen Gasabnehmer schuldeten 15 Milliarden Dollar und die Länder der früheren UdSSR schuldeten 7 Milliarden. Weder die einen noch die anderen hatten Geld. Bei den russischen Verbrauchern Geld herauszuholen war aus politischen Gründen nicht möglich und mit den Ländern der GUS gab es nur Barter-Geschäfte. Was blieb uns zu tun übrig – etwa Koeffizienten der Barter-Produktion berechnen?" Das war die rhetorische Frage eines der engsten Mitstreiter von Vjachirev. Am 1. Januar 1996 anerkannte "Naftogaz der Ukraine" eine Schuld gegenüber Gazprom von 1,66 Mrd. USD.

Makarov hatte noch ein weiteres Argument für die Zusammenarbeit von Gazprom mit 'Itera'. Makarovs Gesellschaft war nur ein zweitrangiges Geschäft für die Manager von Gazprom. Wie der ehemalige Mitstreiter von Vjachirev und ehemaliger Manager von 'Itera','Vedemosti' erzählten, waren große Aktienpakete für de stellvertretenden Vorsitzenden von Gazprom, Vjacheslav Scheremjet und Aleksandr Puschkin bestimmt (jedoch gelang es nicht mit ihnen eine Beziehung aufzubauen, was Makarov kategorisch verneint). Nach seinem Weggang von Gazprom bauten beide ein Geschäft im Rahmen von 'Itera' auf, aber Puschkin nahm bald seine Abschied von der Gesellschaft und äußerte sich gegenüber Bekannten, daß dort nur "unnütze Leute" waren. (Als im April 2001 'Itera' für Aktionäre ihre Holding Gesellschaft 'Itera Group' öffnete, fanden sich dort keine Spitzen-Manager von Gazprom: 60,99% der Aktien befanden sich in Händen zweier Fonds für die Mitarbeiter von 'Itera' und weitere 26.01% in einem Trust für Makarov und der Rest in Händen von sechs Ausländern.

Makarov erinnert sich, daß nach dem Treffen Vjachirev seine Zustimmung zu Gas-Lieferungen für das Kaukasus-Gebiet und für die Ukraine gab. Am 15. November 1995 gründeten die Regierung von Turkmenien und Gazprom eine gemeinsame Aktiengesellschaft 'TurkmenRosGas', die das Exklusivrecht für das Ausland bestimmte turkmenische Gas zu 42 USD/1000 cbm erhielt. 'Itera' erhielt 5% von 'TurmenRosGas' und war verantwortlich für Lieferungen und Abrechnungen.

Der große Teil des Gases wurde wie zuvor mit Gegenlieferung von Waren bezahlt, wobei, wie der ehemalige Top-Manager von Gazprom erzählt, zu Preisen überhöht um das 2 bis 2,5-fache (Makarov erinnert, daß die Preisfindung auf dem Verhandlungsweg mit Turkmenien festgelegt wurden). Im Jahr 1997 kürzte Turkmenbaschi die Lieferungen und verlangte die Bedingungen zu revidieren. "Bis Makarov uns bezahlt – muß man dreimal in Schweiß ausbrechen, bevor er das Geld gab. Mal ist er in der Schweiz, mal irgendwo anders. Eine solche gegenseitige Abrechung paßte uns auf Dauer nicht." – beklagt er sich später bei Vjachirev (die Aufzeichnungen der Verhandlungen wurden 2001 in der "Komsomolskaja Prawda" veröffentlicht).

"Von 1994 bis 1998 schuldete die Ukraine der 'Itera' 1,5 Mrd. Dollar," so erklärt eine Quelle von 'Itera'. Seinen Worten zufolge, verweigerte das Unternehmen geheime Verfügungen des ukrainischen Premier-Ministers Pawel Lazarenko (Mai 1996 bis Juli 1997) zu bezahlen. Sie drängten 'Itera' aus dem Lieferkonzept turkmenischen Gases. "Die Ukraine bezahlte nicht, aber die damalige Leitung von Gazprom verhielt sich ruhig," fügt der ehemalige Stellvertretende Vorsitzende von Gazprom Aleksandr Rjasanov hinzu. Sie hatten irgendein Arrangement, nicht ohne Beteiligung von 'Itera'.

Nach Angaben der 'East European Gas Analysis' (EEGA), erhielt die Ukraine im Jahr 1997 insgesamt 2,7 Mrd. cbm mittelasiatisches Gas, aber im Jahr 1998 überhaupt nichts. Aber die Geschäftstätigkeit von 'Itera' wurde dadurch nicht gestört – Gazprom kompensierte 'Itera' für die Ausfälle des turkmenischen Gases mit Gas 'unabhängiger Gasproduzenten'. Gemäß Abrechnung von Gazprom erhielt die Ukraine 1997 von diesem Gas 10,9 Mrd. cbm, im Jahr 1998 – 22,9 Mrd. cbm und 1999 – 23,2,Mrd. cbm Gas.

Das Geheimnis der Umwandlung des Gases von Gazprom in 'Unabhängiges' Gas taucht auf im 2001 Rechenschaftsbericht der Rechnungs-Kammer über die Überprüfung von 'Itera'. Von 1998 bis 2000 bezahlte Gazprom dem Landkreis Jamalo-Njenezk Steuern nicht mit Geld sondern mit Gas für 2 bis 7,5 Dollar/1000 cbm. Die lokale Regierung von Jamalo-Njenezk gab dieses Gas zu diesen Preisen zur Verwertung an 'Itera' und die verkaufte es in der GUS, darunter auch an die Ukraine zu US-$ 70 bis 80. Trotz dieser Preisunterschiede fährt die Rechnungs-Kammer fort, es entstehen bei 'Itera' gegenüber Jamalo-Njenezk Schulden, die die Verwaltung in der Schlußrechnung an Gazprom verkauft, die diese wiederum mit Gas bezahlte, und dieses Gas zur Verwertung wieder an 'Itera' ging. Gemäß der Rechnungslegung der Rechnungs-Kammer kaufte 'Itera' in den Jahren 1998 bis 2000 112 Mrd. cbm bei Jamalo-Njenezk. Hermitage bewertete den verlorenen Nutzen für Gazprom aus den Jamal'schen Vereinbarungen mit 'Itera' auf US-$ 5,53 Mrd.

Aber der Direktor von 'East European Gas Analysis' (EEGA), Michail Korchemkin rechnet, daß der Handel mit 'Itera' für Gazprom vorteilhaft gewesen wäre. Ein eigenständiger Export in die Ukraine mit einer Berechnung von 38%-iger Steuerbelastung für ukrainische Zahlungen hätte Gazprom einen Verlust von $ 2,6, verursacht, aber für den Transport des Gases für 'Itera' konnte Gazprom $ 3,2 je 1000 cbm verdienen. 'Itera' sparte an Steuern: sie erschien nicht als Tochtergesllschaft von Gazprom, bis in das Jahr 2000 war sie befreit von der 30%-igen Steuer auf Gas.

Aber im Jahr 1999 kam 'Itera' von selbst wieder auf das mittelasiatische Gas zurück. Im Dezember waren Vjachirev und Makarov zu Gast bei Turkmenbaschi, während der Vorsitzende von Gazprom sich dafür entschuldigte, daß er im Fernsehen den Turkmenen vorgehalten hatte "es gäbe Sandwüsten", solange sie selbst nicht in Russland angekrochen kommen (dies stammt aus der Publikation "Komsomolskaja Prawda"). Letzten Endes wurde der Vertrag abgeschlossen.
Zu dieser Zeit war 'Itera' nicht nur "Händler", sondern förderte selbst Gas aus von Gazprom erhaltenen Gasfördergebieten (in 1999 – 6,7 Mrd. cbm, im Jahr 2000 – 18,1 Mrd. cbm – entsprechend den Angaben der Rechnungs-Kammer).

Die Stunde der Timoschenko

Solange 'Respubliki' und 'Itera' mit mittelasiatischem Gas ihr Geld verdienten, verbesserten andere Händler das gleiche Konzept mit stabilerer Gasversorgung – ungefähr 50 Mrd. cbm die Gazprom an die Ukraine lieferte (darunter im Hinblick auf Zahlungen aus dem Transit). Der größte Spieler war dabei SAO 'Industriell-Finanzielle Korporation 'Vereinte Energie-Systeme der Ukraine' (VESU) geleitet von Juliya Timoschenko unter der Patronage des ersten Vize-, dann aber einfach des Premier-Ministers Pawel Lasarenko.

Am 26. Dezember 1995 bestätigte der Vorsitzende von Gosneftegasprom der Ukraine Ewgenij Dovzhok das Dokument unter dem Namen 'Gruppierung der Regierungsbezirke der Ukraine für ihre Versorgung mit natürlichem Gas im Jahr 1996'. Vier Händler – VESU, Interpipe, und 'Itera Engergie' erhielten fünf Regierungsbezirke. VESU erhielt die interessantesten Regionen, in denen metallurgische und chemische Unternehmen ansässig waren. Aus den Quoten von Gazprom (ungefähr 50 Mrd. cbm Gas pro Jahr) erhielt VESU 25 Mrd. cbm, besagt die Berechnung von ANT-Consulting.

Das von Bakai und Makarov erprobte Barter-Konzept, wandte Timoschenko erfolgreich mit Gazprom an. Die Unternehmen verrechneten für das Gas ihre Produktion (zum Teil Röhren und Metallprodukte) zu Schleuderpreisen, ein Teil dieser Produktion wurde Gazprom auf dreiartige Weise weitergegeben und nur die überzählige Teil wurde zu Marktpreisen exportiert, so erinnert sich ein ehemaliger ukrainischer Beamter. So wie VESU die Preise für ukrainische Waren festlegte, so ist es zum Beispiel möglich darüber anhand des Briefes der russischen Wirtschaftsministeriums vom 5.8.1997 zu urteilen, wo es um Lieferungen der VESU an das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation zur Tilgung der Schulden an Gazprom geht, wie 'armenische Nachttische' wurden mit 250.000 Rubel ($ 43,1 zum damaligen Kurs) bewertet. Timoschenko widerlegt es nicht bei ihrem Interview mit 'Vedemosti' im Februar dieses Jahres, daß der Jahresumsatz von VESU $ 10 Milliarden im Jahr erreichte.

Im Juli 1997 wurde der Chefideologe der Liberalisierung des ukrainischen Gasmarktes Lasarenko vom Posten des Premiers in den Ruhestand geschickt. Im August verringerte VESU den Gaseinkauf aus Russland (zu diesem Zeitpunkt überstiegen ihre Schulden gegenüber dem ukrainischen Budget $ 1,5 Mrd. Dollar) und im Oktober annullierten vor dem vorgeschriebenen Ministerium der Industriepolitik der Ukraine die Unternehmen alle mit VESU eingegangenen Verträge.

Aber bald wurden private Händler aus diesem Markt verdrängt. Im Februar 1998 unterzeichnete Präsident Kutschma die Anordnung über das Regierungsmonopol NAK 'Naftogaz der Ukraine', das Regierungszuschläge in Erdgas-Unternehmen und regionalen Gasverteilern erhielt. Der Leiter von 'Naftogaz' wurde Bakai. "Es war die einzige Möglichkeit den grenzenlosen Raub zu beenden, der sich mit den Gaslieferungen an die Ukraine etabliert hatte und eine Transparenz im Gasgeschäft zu schaffen. Wir versuchten etwas Analoges zu Gazprom zu schaffen. 'Naftogaz' übernahm alle Schulden gegenüber der Regierung und gegenüber Gazprom, die mehr als 1 Mrd. Dollar betrugen.

1999 kontrollierte 'Naftogaz' 85% aller Gaslieferungen in die Ukraine. Aber es gelang ihr nicht das Geld für die Versorgung einzutreiben. Zum ende des Jahres 1999, als Timoschenko Vize-Premier bei TEK wurde und Bakai in den Ruhestand ging, betrugen die Schulden der Ukraine für Gas 1,5 Mrd. Dollar. Bis zu dieser Zeit blieb 'Naftogaz' der Hauptimporteur für Gas in die Ukraine, jedoch wuchsen die Schulden unaufhörlich: einer der Bankkredite überstieg 2,7 Mrd. Dollar, und die Verschuldung bewertet einer der Manager der Gesellschaft 'Naftogaz' mit $ 5 Milliarden. In der vergangenen Woche gestand der Präsident der Ukraine Viktor Juschtschenko ein, daß 'Naftogaz' niemals zuvor so dicht vor dem Bankrott stand, wie jetzt.

Die Zeit von Firtasch

Im Mai 2001 wurde der neue Leiter von Gazprom Aleksej Miller, der bekannt gab, daß er den Vermittlerdiensten von 'Itera' entsagt. "Wir liefern turkmenisches Gas in die Ukraine zu den gleichen Bedingungen wie 'Itera' und vielleicht sogar günstiger, - erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Aleksandr Rjasanov gegenüber 'Vedemosti'. – "Warum, wenn man die mächtige 'Gazprom' nutzt, muß 'Itera' noch einen Gewinn obendrauf erhalten?"
Während der Zeit Millers dauerte die Zusammenarbeit mit 'Itera' noch einige Zeit an. Nach den Worten von Rjasanov, Ende 2001 bis Anfang 2002 erörterten Gazprom und 'Itera' die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft, in der die Gesellschaft von Makarov Erdgas fördernde Aktiva einbringen sollte. Er sollte mittelasiatisches Gas in die Ukraine liefern. Aber Makarov war mit 33% nicht einverstanden, sagt Rjasanov. "Wenn ich weniger als 42% erhielte, erlitte ich ernsthafte Verluste", erklärte Makarov. Das war nicht sehr weitsichtig, meint Rjasanov. Letztendlich, wie bekannt, fiel die Kontrolle der Förderaktivitäten von 'Itera' wieder Gazprom zu.

In der Zwischenzeit übernahm die Ukraine die Initiative in Richtung turkmenischem Gas: im Mai 2001 'Naftogaz' schloß die Ukraine direkt einen Vertrag bis 2006 mit Turkmenien ab. Nach den Worten von Rjasanov befürwortete die Ukraine auf Regierungsniveau das einschließen eines Konzeptes mit einem neuen Vermittler, der ungarischen 'Eural Trans Gas' (ETG). Gazprom wurde die Entscheidung des Minister-Kabinetts der Ukraine vorgestellt über die Überlassung des Transportes und der Verzollung des Gases an ETG für das Territorium der Ukraine. Dem Konzern verblieb keine Wahl, denn 'Naftogaz' verfügte über einen direkten Vertrag mit den Turkmenen, erzählte Rjasanov. Dies bestätigt der Vertreter von Gazprom Sergej Kuprijanov.
Am 5. Dezember 2002 unterzeichnet Gazprom den Vertrag über den Transit des mittelasiatischen Gases mit ETG. Gazprom hatte jedes Jahr in der Zeit 2003 – 2006 36 Mrd. cbm der Naftogaz zu liefern, und im Zahlungsausgleich für den Transit 38% des Gases zu erhalten. ('Itera' erhielt in den letzten Jahren 41%). Die ETG wurde in dem ungarischen Dorf Tchabdi am Tag nach der Vertragsunterzeichnung eingetragen – am 6. Dezember (die Gründer waren ein israelischer Anwalt und drei rumänische Arbeitslose).

Vor drei Jahren, in einem Interview mit 'Vjedemosti' mit dem Gründer und Besitzer von ETG erkärte er sich als ukrainischer Geschäftsmann, Dmitrij Firtasch. "Ich war einfach im richtigen Moment am richtigen Ort". Erklärte er. In diesem "nötigen" Moment hatte sich letztendlich die Beziehung von 'Itera' mit der neuen Leitung von Gazprom zerschlagen. "Das spielte zu meinem Nutzen und ich schlug vor, das Gas günstiger zu liefern", erzählte Firtasch.

Nach seinen Worten war er im Jahr 2000 Partner von Makarov und zusammen arbeiteten sie nach dem Konzept der Barter-Geschäfte aber gingen nach einer ihrer Handlungen auseinander: 'Itera' bezahlte Firtasch nicht den Teil seines Geldes für das turkmenische Gas (was Makarov nicht kommentiert). Interessant mit den künftigen Partnern ist, Firtasch und Makarov arbeiteten für die Zyprische Highrock Holding und die israelische Highrock Properties, die mit Waren ukrainischer und ungarischer Hersteller handelten, die sie im Ausgleich für Gas erhielten. Für eine der Firmen arbeitete die Ehefrau Semena Mogilevicha – was eines der vielen Fakten ist, die es erlauben den kürzlich in Moskau unerwartet wegen Steuerhinterziehung angeklagten und verhafteten Mogilevich mit dem Gashandel in Verbindung zu bringen.

"Firtasch nahm als Rüstzeug das von Makarov durchdachte Konzept", erklärt Bakai. "Er hat es einfach kopiert und änderte nur die Teilnehmer und den Namen der Gesellschaft." Aber Firtasch gelang, was 'Itera' nicht schaffte. Makarov versuchte mehrfach sich mit dem Export nach Europa zu beschäftigen, aber Vjachirev stand ihm dabei im Weg – den Export erlaubte Gazprom niemandem, erzählt einer der ehemaligen Mitstreiter von Gazprom. Aber ETG gelang es ein Fenster nach Europa zu öffnen. Im Oktober 2003 schloß die Gesellschaft einen Export-Vertrag mit der Polnischen Regierungsgesellschaft PGNiG ab über die Lieferung von 2 Mrd. cbm Gas bis Juli 2004 unter der Garantie von 'Naftogaz der Ukraine'.

Anfänglich besprachen die Vertreter von Gazprom und 'Naftogaz', 50% von ETG zu kaufen. Aber dieser Deal realisierte sich nicht. Anstelle dessen trat ein neuer Vermittler auf.

Der Preis Putins

Im April 2003 unterzeichnete Russland mit Turkmenien einen Vertrag über den Verkauf von 2 Billionen cbm Gas an Gazprom bis zum Jahr 2008 (in vollem Umfang beginnt er mit Auslauf des ukrainischen Vertrages im Jahr 2006). Und im Juli 2004 verhandelte Gazprom mit 'Naftogaz' über den Ersatz des Vermittlers: mit dem 1. Januar 2005 wurde der Ausführende der Gaslieferungen an die Ukraine die schweizerische Gesellschaft RUE, wurden von der Struktur von Gazprombank kontrolliert und 50% leitete die Raiffeisen Investment (später stellte sich heraus, daß 90% davon Firtasch gehören).

Im Jahr 2005 war RUE der Gashändler, wie sein Vorgänger ETG. Aber dann änderte sich alles. Im Februar 2005 wurde Juliya Timoschenko Premier-Minister der Ukraine und im April ihr Protégé der Vorstandsvorsitzende von 'Naftogaz' Aleksei Ivtschenko schlug Miller vor, dazu überzugehen den Transit des Gases durch die Ukraine nicht mit Gaslieferungen zu bezahlen, sondern mit Geld (z.B. bezahlte Gazprom im Jahr 2005 mit 23,2 Mrd. cbm Gas). Rjasanov nennt das den "allergrößten Fehler der Ukraine" und schlägt vor, daß Ivtschenko Neuland betreten solle: die Frage des Transits und der Gaslieferungen aufzuteilen, so erhielte 'Gazprom' die Möglichkeit zu handeln.

Und Gazprom begann zu kämpfen um Preiserhöhungen durchzusetzen – bis 130 USD und sogar 160 USD je 1000 cbm. Aber niemand bei Gazprom kam auf die Idee die Ukraine auf den europäischen Preis von 230 USD anzuheben. So war die Preisfindung entstanden.(1)
Während der sich aneinanderreihenden Verhandlungen mit den Ukrainern im Kreml stellte Putin ein Ultimatum: "entweder erklärt sich jetzt 'Naftogaz' mit dem vorgeschlagenen Preis einverstanden, oder morgen wird über einen noch anderen Preis verhandelt," erzählt Rjasanov. Am nächsten Tag rief er Gazprom an und fragte Miller, welcher maximale Preis möglich wäre. Daraufhin fragte Miller seinen stellvertretenden Vorsitzenden, der den Export durchlief (Aleksandr Medvedev – "Vedomosti") und dann antwortete, daß überhaupt, wenn man zurückrechnet – "den Preis an der Grenze zu Deutschland minus Transport", - dann kann der Preis an der Grenze zur Ukraine und Russland 230 USD betragen (2). Diese Ziffer gab Miller an Putin weiter und einige Minuten später nannte der Präsident diesen im Fernsehen, erzählt Rjasanov. Und bei 'Gazprom' und bei 'Naftogaz' befanden sich alle im Schockzustand, er sagt: "denn alle verstanden, daß der Preis nicht real war. Wir wären glücklich gewesen, wenn man sich vielleicht auf 160 USD geeinigt hätte. Aber nichts durfte mehr geändert werden". Die Repräsentanten von 'Gazprom' und RUE geben dazu keinen Kommentar.

Um die Anordnung des Präsidenten zu befolgen, dachten sich die Verhandlungsführer ein durchdachtes System aus. RUE kauft für die Ukraine mittelasiatisches Gas zu $95 je 1000 cbm aber für den Export – zu dem von Putin genannten Preis von $230. So erhielt der Gashändler Firtasch ein unerwartetes Geschenk – das Recht im Jahr 2006 nach Europa mehr als 9 Mrd. cbm russischen Gases zu exportieren.(3)

"Die Hauptsache – daß die Ukraine auf den Re-Export des Gases verzichtete, - bemerkt Kuprijanov. – Zuvor exportierte 'Naftogaz' (bis zu 5 Mrd. cbm im Jahr – "Vedomosti") überzähliges Gas, aber jetzt ging der Export auf die Gesellschaft über, die zu 50% von 'Gazprom' kontrolliert wird.

Den großen teil des Gasexports von RUE realisiert die Firtasch gehörende Firma Emfesz, von 2005 bis 2007 lieferte sie an Ungarn 8,5 – 9 Mrd. cbm (4). Der ehemalige Vorstands-vorsitzende von E.ON Ruhrgas Burkhard Bergmann beklagte sich bei "Vedomosti", daß Emfesz den ungarischen Käufern Gas ermäßigten Preisen anbietet – wesentlich niedriger als 'Gazprom Export'. Übrigens, nach Angaben von Emfesz belief sich ihr Reingewinn im Jahr 2005 auf $47,24 Mio. aber im Jahr 2006 insgesamt noch $7 Mio. Der Vertreter von 'Gazprom' kommentiert die Angelegenheit der Preise nicht.

Der große Vorteil für 'Gazprom' war der, daß sie mit Hilfe von RUE Zugang zum ukrainischen Gasmarkt erhielt, berichtet Rjasanov. Bis 2006 erhielt 'Naftogaz' das gesamte importierte Gas und kontrollierte fast den gesamten Vertrieb in der Ukraine. Aber im Jahr 2006 unterzeichnete RUE mit der Regierungsholding ein Abkommen über die Gründung einer gemeinsamen (50:50) Gesellschaft 'UkrGasEnergo'. Der neue Gashändler erhielt das gesamte importierte Gas und in der Folge alle zahlungskräftigen Verbraucher – Industriebetriebe (5). 'Naftogaz' verblieb die Bevölkerung und Kommunalbetriebe, deren Preise von der Regierung begrenzt wurden ('Naftogaz' verkauft ihnen Gas billiger, als sie es bei 'UkrGasEnergo' einkaufen).

Im Februar dieses Jahres, nach erneuten Versuchen von 'Gazprom' die Preise anzuheben, Putin und Juschtschenko vereinbarten die schweizerische RUE zu liquidieren und sie durch ein gemeinsames Unternehmen von 'Gazprom' und 'Naftogaz' zu ersetzen. "Statt RUE tritt eine Firma mit einem anderen Namen auf, möglich auch mit anderen Mitspielern, aber der Sinn bleibt der Gleiche, - ist Bakai überzeugt. – Es ändern sich nur die Teilnehmer: Bakai, Makarov, Firtasch". "Alle Gesellschaften, die in der postsowjetischen Zeit im Rahmen der Gaslieferungen in die Ukraine entstanden sind, waren "schwammig", "депфером" für die Risiken dieser Lieferungen." Indirekt stimmt ihm Kuprijanov zu.

"Bei der Gasvermittlung kann man schnell verdienen, aber es ist kurzlebiges Geld, berichtet Bakai. Man muß es in irgend etwas anderes investieren: Chemie, Medizin-Business, wie Firtasch. Fortlaufend ändern sich die politischen Situationen, man kann sich darin nur schwer länger als ein paar Jahre halten. "Die, die das nicht verstanden haben und nur als Gasvermittler gearbeitet haben, sind keine reichen Leute geworden," zieht Bakai als Schlußfolgerung.

Am Artikel haben mitgewirkt Viktorija Sunkina und Anna Rebka.


Anmerkungen Politik-Global:

(1) Um die Preisanhebung von 50 über 90 und dann $130 und schließlich $160 je 1000 cbm zu verstehen, ist zwingend der Kommentar zu lesen, denn diese Preisanhebungszwang wurde von außen, d.h. von den USA oktroyiert.
(2) $230 war die seitens der WTO geforderte Anwendung des Weltmarktpreises, also direkt eine Anhebung um das 4,5-fache des ursprünglichen Vorzugspreises, der innerhalb der GUS-Staaten für postsowjetische Länder als Verrechnungspreis galt.
(3) Als die Ukraine noch $50 je 1000 cbm für Gas bezahlte, wurde der eigene Gasverbrauch höher angemeldet – um hinter dem Rücken von Gazprom überzähliges Gas an den Westen zu exportieren – natürlich zum Weltmarktpreis – um so die eigenen Kassen (privat und staatlich) zu füllen.
(4) Hier wurde ein Preis angewandt, der nach außen hin von 'Emfesz' festgesetzt wurde, in Wirklichkeit jedoch durch Highrock Holding und Highrock Properties Spuren nach Israel und in die USA aufweist. Der Preis war hoch subventioniert – wie schon gesagt: Wirtschaft ist Politik und Wirtschaft ist auch Krieg.
(5) Mit der Beteiligung von 'Gazprom' an 'UkrGazEnergo' und der Belieferung mit Gas an solvente Kunden, vornehmlich Industriebetriebe, ging das Gas eben vornehmlich in die Ost-Ukraine. Die größten Industrien gehören dort Rinat Achmetov. Die Ost-, Zentral-und Süd-Ukraine gehört dem Lager der Partei der Regionen an und steht in Opposition zu den durch den NED und die CIA an die Macht geputschten "Orangenen" um Juliya Timoschenko und Viktor Juschtschenko (dessen Ehefrau in den USA für Kristol und Lynne Cheney arbeitete). Also läßt sich auch dort Wirtschaft nicht ohne Politik erklären.


KOMMENTAR POLITIK-GLOBAL

Nachdem es den USA gelungen war, die Sowjetunion durch wirtschaftliche Maßnahmen in seinen Grundfesten zu erschüttern und über Gorbatschow durch Einbindung in die Logen eine Aufweichung der Politik zu erreichen, wurde Gorbatschow durch einen Putsch durch die CIA durch Boris Jelzin ersetzt, unter dessen Regierung sich dann die vornehmlich zionistischen Günstlinge am russischen Staatsvermögen hemmungslos bereicherten und die dem US-Establishment angehörigen Firmen ebenso hemmungslos bedienten, wie sie das in Deutschland nach der Ermordung von erst Alfred Herrhausen und dann Carsten Rohwedder, letztgenannter ersetzt durch Birgit Breuel, mit der Treuhand erreichten. Für die Hintermänner dieses Krieges (fast) ohne Kugeln stand mit der Zerstörung der Sowjetunion und der Selbstbedienung in der ehemaligen DDR und der Inbesitznahme der ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes die Weltherrschaft zum Greifen nahe.

Hoch verschuldet waren die Sowjetunion ebenso wie auch die Bundesrepublik, während der Beschuldigte Kohl, Helmut, unter der Führung des US-Botschafters in Bonn, Vernon Walters (ehemaliger Vize-Direktor der CIA und zuständig für Putsche und Morde) gehorsamst Schulden in Billionen-Höhe einging, für deren Zinsen deutsche Steuerzahler aufkommen mußten und müssen – somit also zu Fronarbeitern für die Banken wurden. Außerdem wurden unter dem der Mittäterschaft an der Ermordung von Herrn Herrhausen Beschuldigten Kohl, Helmut, auch zwangsweise die deutschen Mineralölunternehmen ARAL (an BP) und DEA (an SHELL) an das zionistische anglo-amerikanische Finanz- und Macht-Kartell "verkauft".

Neben der weltweiten Beherrschung durch dieses Finanz- und Macht-Kartell im Bereich der Nahrungsmittel (siehe Artikel Politik-Global N°0804-05 'Auslöschung der Menschheit') geht es diesem Kartell auch um die Beherrschung und damit Knebelung der Staaten im Energiesektor. Es geht um schiere Macht und Brechung jeglichen Widerstandes bei gleichzeitiger hemmungslosester Bereicherung und Versklavung der Menschheit.

"Wer das Öl kontrolliert, der kontrolliert ein Land; wer die Lebensmittel kontrolliert, kontrolliert ein Volk." (Zitat Henry Kissinger, Mitte 1970er Jahre)

In den 70er Jahren hatte das Gas noch nicht die Bedeutung, die es ab Mitte/Ende der 80er Jahre gewann. Jedoch wurde die Gasversorgung mit Ende der 90er Jahre und ganz besonders nach dem 11. September 2001 und der kontrollierten Sprengung des WTC nach dem Bericht der "Cheney Energy Task Force" über die zur Neige gehenden Ölvorräte immer wichtiger. War die Sprengung der Hochhäuser in New York noch angeblichen "Terroristen" in die Schuhe geschoben worden, während der naive Teil der Bevölkerungen die US-Propaganda-Lüge glaubte, um aus US-Sicht "gerechtfertigt" Eroberungskriege in Afghanistan und im Irak zu beginnen, so war der nachfolgende Gas-Krieg wesentlich leichter durchschaubar.

Der Schroeder-Regierung ging es um eine Wiedergewinnung einer teilweisen Unabhängigkeit von der Kontrolle und Diktatur durch das zionistische anglo-amerikanische Finanz- und Macht-Kartell … in dem er Verhandlungen mit Russlands Präsident Putin über eine direkte Gasversorgung aufnahm. Der Beschuldigte Kohl, Helmut, hatte noch die begrenzte Autonomie Deutschlands durch die beiden bis dahin deutschen Mineralölkonzerne an das Kartell verscherbelt und Deutschland auf einige Jahrzehnte hinaus in die Schulden und damit in die Abhängigkeit internationaler Banken getrieben. Jedoch präsentierte sich NACH der "orangenen Revolution" in der Ukraine die Lage als besonders prekär, als besonders abhängig.

Deutschland wurde und wird momentan noch über die beiden Gaspipelines aus Russland versorgt, die durch die Ukraine und durch Polen führen. Nicht nur, daß die Transit-Kosten für das Gas willkürlich durch Polen und die Ukraine festgesetzt werden können (so hatte auch die Juliya Timoschenko angekündigt gehabt, den Transitpreis zu verfünffachen!!!) sondern – Polen, wie auch die Ukraine können des Gashahn für Deutschland zudrehen.

Wie sehr diese beiden Länder unter US-Befehl stehen, läßt sich auch an den NATO-Ost-Erweiterungen ersehen. Die Stationierung von US-Raketen in Polen gegen den Willen der polnischen Bevölkerung macht natürlich Polen zum Zielland für Russische Raketen – und daran hat die polnische Bevölkerung kein Interesse. Die US-Regierung in der Ukraine, vertreten durch Juliya Timoschenko und Viktor Juschtschenko strebt mit aller Macht in die NATO, obwohl nur 20% der Bevölkerung dies billigen, weit über die Hälfte der Bevölkerung wehrt sich mit aller Macht gegen einen NATO-Beitritt (unter den Befürwortern sind überwiegend die Bewohner des äußersten Nord-Westens der Ukraine, die früher einmal polnisch besetzt war und katholisch ist – Landessprache Ukrainisch, eine pittoreske Mischung aus Russisch und Polnisch um die Gegenden von Ivano Frankovsk und L'vov). Die Möglichkeit für die USA, die Gasversorgung für Deutschland auch über die Ukraine abzuschneiden, ergab sich nach der erfolgreichen vom National Endowment for Democracy (NED), der Westminster Foundation for Democracy (WFD)* und der CIA durchgeführten scheinbaren "orangenen Revolution", durch die ihre Marionetten Juschtschenko und Timoschenko an die Macht kamen.

(* = Recognising that they were likely to feature even more heavily in the presidential elections, WFD supported a series of activities to help build the capacity of democratic youth organisations to campaign for a free and fair electoral process. The project also sought to create synergies between the various organisations campaigning for democratic reform in Ukraine.
The aim of the project was to encourage people to use their civic and political rights to bring about change in their region, and in Ukraine as a whole. Three sets of seminars took place, involving student activists, NGO leaders and independent journalists. The project finished with a follow-up training session on advanced campaign management topics for regional team leaders with exceptional organisational abilities.
(Original entnommen von der web-site der WFD – democratic reform bedeutet in diesem Fall natürlich Einsetzen einer gefügigen Regierung.)

Die Jamal-Pipeline durch Polen befand sich durch die "polnische" Regierung ohnehin unter US-Kontrolle.

Die ehemalige deutsche Regierung unter Schroeder einigte sich mit Präsident Putin auf eine Trassenführung für die Gaspipeline, die keinem Drittland ein Druckmittel gegen Deutschland oder Russland erlaubte – denn letztendlich sind beide Länder von der Liefersicherheit betroffen – Deutschland hinsichtlich der Gasversorgung – und Russland hinsichtlich des Erlöses für den Verkauf des Gases. Nichts eint so sehr, wie gemeinsame Interessen.

Die Fortschritte bei den Verhandlungen um die Ostsee-Gaspipeline wurden jedoch mit Argusaugen aus New York beobachtet. Eine Gaspipeline durch die Ostsee würde Deutschland wieder eine gewisse Unabhängigkeit zurückgeben, was es aus US-Sicht, d.h. aus Sicht Rockefellers um jeden Preis zu vermeiden galt. Im Frühsommer 2005 stand im CFR (Council on Foreign Relations) bereits fest, daß die Vertragsverhandlungen zwischen Deutschland und Russland relativ bald abgeschlossen sein könnten. Anläßlich der dann in Deutschland stattgefunden habenden Bilderberger-Konferenz am Tegernsee fand dann das Gespräch zwischen David Rockefeller und Angela Merkel statt, bei dem das Merkel auf die Rockefeller-Forderungen einging und die Zusage erhielt, die gesamte Unterstützung zu erhalten, um bei der noch anzusetzenden vorgezogenen Wahl in Deutschland Kanzlerin zu werden. Von Neuwahlen in Deutschland war Gerhard Schroeder relativ leicht "überzeugbar" – ein Nein hätte bedeutet, daß seine junge Ehefrau sich sehr bald hätte trösten müssen (vorsichtig ausgedrückt – denn für dieses Mittel liegt kein Nachweis vor). Es bleibt jedoch die Tatsache, daß Schroeder sich sehr rasch danach zu überraschenden Neuwahlen entschied. Mit geballter Macht und Unterstützung der Medien (die den Rockefeller-Vorgaben willig folgen) wurde dann das Merkel gewählt. Dies war jedoch nur der 1. Schritt. Auf nur einen Schritt zu vertrauen heißt, den CFR – die Macht dieser Ansammlung von think-tanks – nicht zu kennen. Es folgte der 2. Schritt.

Um in Russland nicht weiter fremden Exporthemmnissen zu unterliegen, bestand schon seit längerem der Wunsch der WTO beizutreten. Dieses Problem war deshalb gravierend, weil nur gleiche Weltmarktkonditionen es erlauben die innerrussische Wirtschaft zu entwickeln und auch technische Erzeugnisse zu exportieren (*) – d.h. gleichberechtigt am Welthandel teilzunehmen. Während den USA ergebene Vasallenländer mit Rückenwind in die WTO aufgenommen wurden, fanden sich für die Aufnahme Russlands immer wieder nicht nur Steine im Weg, ja sogar ganze Gebirgsketten. (* ein WTO-Beitritt hat jedoch gravierende negative Folgen!!! - in Bezug auf gentechnisch modifiziertes Saatgut!!!)

Zehn Tage vor Abtritt als Kanzler unterzeichnete Schroeder noch rasch den Vertrag über die Ostsee-Gaspipeline mit Russland. Dies wird wohl erst die nächste Generation zu schätzen wissen. Der Vertrag über die North-Stream-Gaspipeline war unterzeichnet !

Damit trat Plan N°2 des CFR in Kraft – von Russland wurde immer drängender gefordert, Weltmarktpreise auch für Gas zu verlangen – und das auch für die Länder der GUS-Staaten – so auch für die Ukraine. Was Russland denn auch tat – ganz human wurden erst von der Ukraine $90 je 1000 cbm verlangt. Noch blieb der Einwand der Ukraine auf ein Nachsuchen um Verständnis, daß eine Preiserhöhung um nahezu auf das Doppelte (+80%) doch sehr viel sei.

Parallel dazu wurde Marionette Juschtschenko nach Washington einbestellt – um mit Condoleezza dringende Themen zu besprechen. Zurück aus Washington war die Ablehnung über Gaspreise zu verhandeln rigoros. Aus der Ukraine erscholl ein heftiges NEIN !

Hier gilt nun der zuvor übersetzte Passus, nachdem die Preisverhandlungen bei $90 gescheitert waren:

"Und Gazprom begann zu kämpfen um Preiserhöhungen durchzusetzen – bis 130 USD und sogar 160 USD je 1000 cbm. Aber niemand bei Gazprom kam auf die Idee die Ukraine auf den europäischen Preis von 230 USD anzuheben. So war die
Preisfindung entstanden.(1)

Während der sich aneinanderreihenden Verhandlungen mit den Ukrainern im Kreml stellte Putin ein Ultimatum: "entweder erklärt sich jetzt 'Naftogaz' mit dem vorgeschlagenen Preis einverstanden, oder morgen wird über einen noch anderen Preis verhandelt," erzählt Rjasanov. Am nächsten Tag rief er Gazprom an und fragte Miller, welcher maximale Preis möglich wäre. Daraufhin fragte Miller seinen stellvertretenden Vorsitzenden, der den Export durchlief (Aleksandr Medvedev – "Vedomosti") und dann antwortete, daß überhaupt, wenn man zurückrechnet – "den Preis an der Grenze zu Deutschland minus Transport", - dann kann der Preis an der Grenze zur Ukraine und Russland 230 USD betragen (2). Diese Ziffer gab Miller an Putin weiter und einige Minuten später nannte der Präsident diesen im Fernsehen, erzählt Rjasanov. Und bei 'Gazprom' und bei 'Naftogaz' befanden sich alle im Schockzustand, er sagt: "denn alle verstanden, daß der Preis nicht real war. Wir wären glücklich gewesen, wenn man sich vielleicht auf 160 USD geeinigt hätte. Aber nichts durfte mehr geändert werden". Die Repräsentanten von 'Gazprom' und RUE geben dazu keinen Kommentar."

Außerdem bestanden noch Zahlungsrückstände für Gas seitens der Ukraine. Bis zum 31.12.2005 wurde entsprechend der Anweisungen aus Washington keine Übereinkunft erzielt – die Ukraine bestand auf $50 je 1000 cbm – und hätte damit Russland von einer Annäherung an die WTO-Auflagen in weite Ferne gerückt.

Weisungsgemäß stellte Miller am 1. Januar 2006 um 10:00 h Ortszeit den Gashahn für die Ukraine ab. Die Pipeline des Gases für die Ukraine und der Pipeline für Westeuropa nutzten das gleiche Verteilzentrum – und weisungsgemäß (Weisung aus Washington) begann die Ukraine das Gas einfach zu stehlen und über den eigenen Bedarf hinaus sogar noch die eigenen Gaslager zu füllen. Da Gazprom jedoch nur noch die mit Westeuropa vereinbarten Mengen lieferte, fehlte an den im Westen eintreffenden Gasmengen all das Gas, daß die Ukraine für sich und für das Gaslager gestohlen hatte.

Pünktlich, wie auf Kommando, schrieen am Folgetag, d.h. am ersten Werktag danach ab früh morgens vereint Europa-Parlamentarier, darunter Polen mit am lautesten, aber auch deutsche Abgeordnete und die gesamte europäische Presse, Russland sei kein zuverlässiger Lieferant, Russland habe für Europa die Gasmengen gekürzt, man solle dringend den North-Stream-Vertrag (über die Pipeline durch die Ostsee) annullieren. Der deutsche Bundesbürger, der plötzlich von der Presse wieder einmal bedarfsgerecht gehört wurde, stimmte in das Wolfsgeheul ein. Dieses ganze inszenierte Theater dauerte dann etwa vier Monate – in denen sich Gott sei Dank weder Ruhrgas E.On noch BASF-Wintershall zum Rücktritt vom Pipeline-Vertrag bewegen ließen.

Condoleezza Rice, die am 1. Januar in Kiev eintraf, beruhigte Juschtschenko für die Ukraine eine Lösung zu haben. Sie flog noch am gleichen Tag weiter nach Turkmenistan und handelte mit Turkmenbaschi einen Gaspreis von $50 je 1000 cbm für 40 Mio. cbm Gas aus, Grund weshalb die Ukraine darauf bestand, auch weiterhin ungeschmälert Gas ab der Russischen Grenze zu entnehmen. Der "Erfolg" von Condoleezza Rice mit den $50 hatte jedoch den Schönheitsfehler - $50 ab Bohrloch in Turkmenistan hätte dem Juschtschenko abverlangt, das in 3000 km Entfernung in die Atmosphäre entfleuchte Gas mit einem Schmetterlingsköcher in die Luft hopsend in der Ukraine wieder einzufangen – oder hinzunehmen, daß das Gas erst durch Turkmenische Pipelines, dann durch Kasachische Pipelines und dann durch Russische Pipelines geleitet werden mußte. Diese ganze Durchleitung wollte Juschtschenko natürlich gratis haben – mußte aber einsehen, daß auch das Geld kostet,daß auch das Preisverhandlungen erforderte. Die $50 je 1000 cbm ab Turkmenien galten a) nur für eine begrenzte Menge – und b) die Ukraine hätte das Gas auch bezahlen sollen, schuldete dann aber nur den Betrag. Außerdem galt es, eine Lösung für die Zeit nach Abnahme und Ausschöpfen des Gaskontingents zu finden.

Hier geht es dann weiter, mit dem übersetzten Artikel: "Um die Anordnung des Präsidenten zu befolgen, dachten sich die Verhandlungsführer ein durchdachtes System aus. RUE kauft für die Ukraine mittelasiatisches Gas zu $95 je 1000 cbm aber für den Export – zu dem von Putin genannten Preis von $230. So erhielt der Gashändler Firtasch ein unerwartetes Geschenk – das Recht im Jahr 2006 nach Europa mehr als 9 Mrd. cbm russischen Gases zu exportieren.(3)"

Inzwischen sind zwei Jahre vergangen, die in Europa belächelte Juliya Timoschenko ist wieder einmal Premier-Ministerin geworden und versuchte seither sich die aus der Sowjetunion geerbte Pipeline vergolden zu lassen und für den Transit des Gases aus Russland nach Westeuropa mit den 5-fachen Transitgebühren zu belasten, d.h. von 1,79 je 100 km auf 9 Euro je 100 km bei 1000 km Strecke. Die Maßlosigkeit der Timoschenko macht dem Qualifikativ der 'хохлы', daß sie 'жадных' seien, alle Ehre. Jedenfalls bezieht die Ukraine Gas aus Russland, scheint aber nicht bereit zu sein, das gas auch zu bezahlen.

Russland kündigt Reduzierung der Gaslieferungen um 25% an

27.2.2008
Russland hat der Ukraine erneut mit einer Drosselung der Gaslieferungen gedroht. Sollte die Ukraine einen jüngst mit dem Gazprom-Konzern geschlossenen Vertrag über Erdgas-Lieferungen nicht bis kommenden Montag unterzeichnen, würden die Lieferungen um 25 Prozent gekürzt, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprianow am Dienstag im russischen Fernsehsender 1. Kanal. Russlands Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Viktor Juschtschenko hatten vor rund zwei Wochen eine Grundsatzvereinbarung über die Beilegung des jüngsten Gasstreits zwischen beiden Ländern verkündet. Die Vereinbarung ist bisher aber noch nicht unterzeichnet worden. Laut der Vereinbarung erklärte Kiew sich bereit, die vom staatlichen Energiekonzern Gazprom geforderte Summe von einer Milliarde Euro zu zahlen. Im Gegenzug wurde eine neue Grundlage für die Zusammenarbeit bei den Gaslieferungen vereinbart. Gazprom hatte auch damals zuvor eine Frist für die Zahlung gesetzt und andernfalls mit einem kompletten Lieferstopp gedroht. (NB.: wie üblich hat die Ukraine wieder einmal Schulden - und zahlt nicht).

"Das darf nicht länger anhalten. Wenn die vorhandenen Probleme nicht gelöst werden, wird Gazprom die Gaslieferung an die Ukraine zum 3. März um 25 Prozent drosseln", sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow vor der Presse. Am 14. Februar habe Russland den ukrainischen Kollegen entsprechende Dokumente zur Prüfung und Unterzeichnung vorgelegt. Die Antwort bleibe bislang aus, die Dokumente seien nicht unterschrieben. Kuprijanow zufolge habe die Ukraine bereits 1,9 Milliarden Kubikmeter russischen Gases abgezapft und dafür nicht verrechnet.

Die ukrainische Wirtschaft, die größtenteils aus Schwerindustrie besteht, ist dabei auf Gas angewiesen, das ausschließlich über russisches Territorium geliefert wird. Drei Viertel seines Gasbedarfs deckt das Land mit Gas aus Turkmenistan, ein Viertel kommt aus Russland.

Dazu schrieb dann am 14.4.2008 RIA Novosti:

Gasgeschäft Russland-Ukraine: UkrGas-Energo geht und RosUkrEnergo bleibt

KIEW, 14. April (RIA Novosti). Der ukrainische Vermittler UkrGas-Energo, der bislang die Gaslieferungen mit der in der Schweiz eingetragenen RosUkrEnergo AG abwickelte (an der Gazprom 50 Prozent der Anteile hält), ist aus den Gasgeschäften mit Russland entfernt worden.
Künftig soll RosUkrEnergo dem ukrainischen staatlichen Versorger Naftogas Ukrainy, mit dem für dieses Jahr ein Vertrag über Gaslieferungen geschlossen wurde, Gas auf russischem Territorium verkaufen. Dieses Unternehmen bleibt auf Bestehen der russischen Regierung und des Energiekonzerns Gazprom im Geschäft.

Das sagte die ukrainische Ministerpräsidentin Juliya Timoschenko am Montag laut dem Pressedienst des nationalen Ministerkabinetts.

"UkrGas-Energo ist im Grunde jener Vermittler, der sich den gesamten ukrainischen Binnenmarkt durch Korruption angeeignet hatte. Heute haben wir Naftogas auf den ukrainischen Binnenmarkt für Gas zurückgeholt", so Timoschenko. (Zitat RIA Novosti ENDE)

Sie kann wohl den Hals nicht voll genug bekommen ?

Die momentane Premier-Ministerin der Ukraine, Juliya Timoschenko – häufige heftige Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten lassen an einem langfristigen Verbleib im Amt Zweifel aufkommen – momentan liebäugelt die "Gasprinzessin" mit einem ergaunerten Privatvermögen von rund einer halben Milliarde zwecks Machterhalt mit dem Parteichef der Partei der Regionen. Fragen nun einige nach Quellenverweisen, ob diese Juliya tatsächlich über 500 Mio. in der Schatulle hat – so sei ihnen geantwortet, sie hatte das nach Zusammenbruch der UdSSR erworben durch einen Monopolvertrieb für landwirtschaftliche Mineralölprodukte – und anschließend durch den Gashandel. Ob es ihr aber gelingt Janukovich von der Partei der Regionen zu überzeugen? Aber ob ihr das noch hilft ?

Die Tage dieser Regierung sind wohl wieder einmal gezählt.

Gerade bezüglich des Beitritts zur NATO drängt sogar diese Juliya Timoschenko mehr als alle anderen, um möglichst eilig der NATO auch gegen den Willen der Bevölkerung beizutreten. West-Europäische Meinungsumfragen in der Ukraine haben ergeben, daß sogar 70% der Bevölkerung GEGEN einen Beitritt der Ukraine zur NATO sind. Dies dürfte wohl der Juliya politisch das Genick brechen. Und ohne die Timoschenko sind die Aussichten von Juschtschenko, als Präsident noch einmal gewählt zu werden, mehr als verschwindend gering. Je nachdem, wer dann Präsident wird, könnte der Einfluß der USA, Englands und Israels, d.h. der Einfluß des NWO in der Ukraine wieder zurückgehen. Nicht umsonst ist der Kiever Rus' die Wiege Russlands. Diese beiden jetzt separaten Staaten separat zu betrachten, ist ein Irrtum, der eigentlich nur Westlern unterlaufen kann. Und seit Preußen müßte sich Deutschland doch ohnehin besser mit dem Osten verstehen, statt sich vom Finanz- und Macht-Kartell freiwillig und untertänigst ausplündern zu lassen.

Währenddessen gehen vom orangefarbenen Außenministerium in Kiev erboste Noten an die russische Regierung, sich in der Frage des NATO-Beitritts der Ukraine nicht länger einzumischen – aber das ist nur der Standpunkt der orangenen Juliya. Tatsache ist, daß sich die NATO von einem Verteidigungsbündnis des Westens zwecks Verhinderung eines ohnehin nie bestanden habenden Risikos eines Angriffes aus dem Osten zu einem aggressiven und expansiven Militärbündnis gewandelt hat. Deutschland, das schon seit den 70er Jahren verläßlich mit Energie aus Russland beliefert wird, hätte eigentlich wenig Interesse einem aggressiven Bündnis unter der Führung der USA anzugehören.

Daß Russland nicht akzeptieren kann, daß ehemalige Staaten der eigenen Staatengemeinschaft, selbst wenn sich diese damals "sozialistisch" nannten, einem feindlich gesinnten Militärbündnis angehören, ist nur all zu verständlich. Bedenkt man darüber hinaus, wie sehr die USA sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion auch an Deutschland bedient hatten und es bis heute noch tun, so wäre ein Überdenken, WER unsere wirklichen Freunde sind – und WER die echten Feinde sind, längst überfällig. Deutschland braucht keine 'Atlantik Brücke e.V.' (http://www.atlantik-bruecke.de/) sondern eine Kontinentalbrücke wäre wesentlich sinnvoller. Beruhigend jedenfalls ist, daß Deutschland nach Fertigstellung der North-Stream Ostsee-Gaspipeline sein Gas direkt erhalten wird – ohne vom Guten Willen der Polen oder Ukrainer, d.h. der USA abzuhängen.
NB.: Am 15-04-2008 hatte ich noch "geunkt", daß sich in der Ukraine Neuwahlen andeuten (lol), Präsident Juschtschenko läßt seine "Premierministerin" ohnehin von seinem Sekretariat abfertigen. Nun folgt der Artikel von RIA Novosti:

Ukraine: Opposition erwartet neue Regierungskrise
18:52

19/ 04/ 2008

KIEW, 19. April (RIA Novosti). Die Ukraine steht laut Oppositionschef Viktor Janukowitsch vor einer neuen Machtkrise, die mit einem Zerfall der regierenden Koalition und Neuwahlen enden kann.

Das Land rutsche in eine Katastrophe ab, erklärte Janukowitsch, Vorsitzender der größten oppositionellen Partei der Regionen, auf einem Parteitag am Samstag. Selbst Staatspräsident Viktor Juschtschenko, der der Regierungskoalition nahestehe, werfe der Regierung Unfähigkeit vor, sagte er "Das verdeutlicht, dass wir am Rande einer neuen Machtkrise stehen, die mit einem Zerfall der regierenden Koalition und Neuwahlen enden kann."

"Die Ukraine wird nie zu einem erfolgreichen Staat, wenn nicht eine handlungsfähige Regierungskoalition etabliert wird", stellte Janukowitsch fest, der in den Jahren 2002 bis 2004 und 2006 bis 2007 Premierminister der Ukraine war.

Die Beziehungen zwischen Staatspräsident Viktor Juschtschenko und Regierungschefin Julia Timoschenko haben sich in der letzten Zeit deutlich zugespitzt. Juschtschenko und seine Umgebung kritisieren immer schärfer die Politik der Regierung. Der Vizechef des Präsidentenamtes Igor Puschkin warf dem Kabinett Timoschenko Korruption vor. Die Timoschenko-Partei BJuT beschuldigte ihrerseits den Präsidenten, die Arbeit des Kabinetts lahmzulegen.
Kommentar Politik-Global 19-04-2008
Weshalb wohl drängt die Timoschenko in die NATO ? Doch nur weil sie annimmt, von der korrupten US-Regierung als selbst korrupte Regierungschefin den Schutz der NATO zu genießen. Allerdings kommt es in der Ukraine eher zum Bürgerkrieg und einer Teilung des Landes in seinen Nord-West-Zipfel und den Rest, als daß die Ukraine in ihrer Gesamtheit der NATO beitritt ... nicht einmal mit massiver Hilfe der CIA.



Copyright © Rumpelstilz Politik-Global 15-04-2008


PS. Fremdquellen wurden zitiert bzw. übersetzt – Rest eigene Berichte

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo ,

wie kann ich ein Visa für Russland bekommen? Ich mache mir sehr ernste Sorgen.

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Rumpelstilz hat gesagt…

Visa für Russland gibt es bei

Spomer GmbH, Konsular & Reisedienst
Bad Honnef

http://www.visum.net
inf@visum.net

Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, ist dieser Dienst zuverlässig, schnell - und die Flugtickets, soweit mir bekannt, in Deutschland die günstigsten.

Erst einmal einen Urlaub buchen, ansehen (Sprachkenntnisse in Russland erforderlich - то значит Вы должни бы говорить по-русски)