Dienstag, 22. April 2008

0804-22 / Der Dalai Lama bittet die USA um Hilfe

Grundlage des Artikels:
22. April 2008, 10:14, NZZ Online



Ersucht der Dalai Lama um Hilfe von der CIA ?


Treffen mit Vertreterin des amerikanischen Aussenministeriums


Der Dalai Lama hat die USA um Unterstützung bei der Lösung des Tibet-Konflikts gebeten. Allerdings äusserte sich das geistliche Oberhaupt der Tibeter nach einem Treffen mit der amerikanischen Sondergesandten Paula Dobriansky (vom A.E.I.) nicht konkret darüber, worin die Hilfe bestehen könnte. ... Zumindest hat der Dalai Lama nicht vergessen, daß tibetische Kämpfer von der CIA geschult wurden und daß der NED die aktuelle Kampagne anläßlich der Olympischen Spiele in Peking erst arrangierte. Das Bild eines sogenannt friedfertigen Mannes verblaßt damit immer mehr. Und der Titel des "Friedens"-Nobelpreisträgers beginnt die Nobelpreis-Kommission der Lächerlichkeit preiszugeben. Norwegen scheint sehr tief in die US-Meinungspropaganda eingebunden zu sein.

Artikel der NZZ

Der Dalai Lama bittet die USA um Hilfe

(sda/ap) In diesem Augenblick benötigen wir Ihre Hilfe, sagte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten und Leiter der Exilregierung am Montag bei einem Treffen mit der amerikanischen Staatssekretärin Paula Dobriansky. Bei dem Gespräch im amerikanischen Bundesstaat Michigan äusserte sich der Dalai Lama aber nicht konkret, worin die Unterstützung bestehen könnte. Er erklärte lediglich, er danke den USA für die aufrichtige Besorgnis, die sie im Zusammenhang mit
Chinas Vorgehen in Tibet wiederholt geäussert hätten.


Aufruf zum Dialog

Dobriansky rief erneut zu einem Dialog zwischen Peking und dem
Dalai Lama auf. Sie verwies auf einen Appell Washingtons an alle Seiten, sich zurückzuhalten. In Peking stiess das Treffen auf scharfe Kritik. Die Volksrepublik lehnt derzeit jeden Dialog mit dem im indischen Exil lebenden Dalai Lama ab.

China hat im vergangenen Monat Autonomie-Proteste in Tibet niedergeschlagen, die von buddhistischen Mönchen ausgegangen waren. Der Friedensnobelpreisträger Dalai Lama hat mehrfach betont, ihm gehe es nicht um staatliche Unabhängigkeit sondern um kulturelle Autonomie der Tibeter. Zudem sprach er seine Unterstützung für die Olympischen Sommerspiele in Peking aus.
Bekannt ist jedoch
daß die Aufstände der tibetischen Mönche durch den NED finanziert und gefördert wurden - einzig mit dem Grund, Druck auf Peking auszuübern. Es hat ganz den Anschein, daß das 'zaaFMK' die Einbestellung Paulsons und Bernankes von vor einem Jahr und 4 Monaten nach Peking noch nicht verwunden hat. Damals übte Peking Druck auf das marode US-Finanzsystem aus - und damit auf Rockefeller und auf Rothschild.
Dabei ging es um die chinesischen Devisenreserven von damals noch 1,2 Billionen Dollar, deren Wert ebenso dahinschmolz, wie der Dollar an Wert verlor und bis heute noch - fast im minütlichen Takt - an Wert verliert.
Dies sind ausnahmslos Machtspiele, der Dalai Lama mit seinem Lügen-Nobelpreis ist in der gesamten Angelegenheit unwichtig. Die USA lassen ihn ebenso schnell fallen, wie eine zu heiße Kartoffel - wenn ihr Konzept anderweitig einen Vorteil verspricht.
Copyright © Rumpelstilz Politik-Global 22-04-2008

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der Dalai Lama und Paula Dobriansky , die vor ihrem Einzug ins State Department gleichzeitig beim CFR (Leiterin des Washingtoner), bei NED und bei der PNAC-Clique war: sage mir wer Deine Freunde sind...

Über die Karriere von Paula Dobriansky gibt es einen aufschlussreichen Artikel in der "Berliner Umschau":

Wer ist Paula Dobriansky ?

Imperialismus konkret - Menschenrechte als politische Waffe des State Department

http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=16042008ArtikelPolitikNeocons1

Aus Platzgründen kann ich nicht den ganzen Artikel wiedergeben, ich begnüge mal mit dem Anhang zum Artikel:

ANHANG 1 – Paula Dobriansky: Mitgliedschaften in Gremien während der Clinton-Ära (Auswahl)


Council on Foreign Relations (CFR)


Balkan Institute (Steering Committee) (1995 bis 1998 – warb für Intervention der NATO auf dem Balkan)


New Atlantic Initiative (NAI) (International Advisory Board) (Tochterorganisation des American Enterprise Institute [AEI], gegründet 1996 ; warb für die Ost-Erweiterung der NATO)


Balkan Action Council (BAC) (Steering Committee) (1998 bis 2000 – für NATO-Intervention auf dem Balkan und Unterstützung der „demokratischen“ Opposition gegen Milosevic)


Center for Security Policy (CSP) (National Security Advisory Council – NSAC beim CSP)


U.S. Committee for a Free Lebanon (USCFL) (Golden Circle) (1997 gegründet)


National Endowment for Democracy (NED) (stellvertretende Vorsitzende des Board of Directors) (1995 bis 2001)


Freedom House (Board of Trustees) (ca. 2000 bis 2001)




ANHANG 2 – Paula Dobriansky als Unterzeichnerin Offener Briefe während der Clinton-Ära (Auswahl)


Project for the New American Century – Prinzipienerklärung (3. Juni 1997)


New Atlantic Initiative (NAI) - Erklärung für die Ost-Erweiterung der NATO (9. September 1997)


Offener Brief des PNAC an Clinton über Irak (26. Januar 1998)


Komitee für Frieden und Sicherheit am Golf – Offener Brief an Clinton (19. Februar 1998)


Project for the New American Century, International Crisis Group, Balkan Action Council, Coalition for International Justice – Offener Brief an Clinton („Mr. President, Milosevic is the Problem“) (20. September 1998)

Balkan Action Council – Offener Brief an Clinton (Only Ground Troops Will End Ethnic Cleansing in Kosovo)
(13. Mai 1999)

„Ending Syria's Occupation of Lebanon: The U.S. Role“ : Bericht der Libanon-Studiengruppe des Middle East Forum (Mai 2000)

Anonym hat gesagt…

Hier ist noch was interessantes zu Tibet:

Operationen gegen China
15.04.2008
LHASA/WASHINGTON/BERLIN

(info@german-foreign-policy.com) -

Mehrere Vorfeldorganisationen der Berliner Außenpolitik unterstützen seit Jahren die tibetischen Exilstrukturen im indischen Dharamsala. Dabei handelt es sich unter anderem um organisatorische Hilfsmaßnahmen, die es der "Exilregierung" in Dharamsala ermöglichen, ihre gegen die Volksrepublik China gerichteten Aktivitäten weltweit zu orchestrieren. Kooperationen mit der "Exilregierung" und anderen Einrichtungen des tibetischen Exils unterhalten vor allem die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung sowie die Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis 90/Die Grünen). Gleichgerichtete Tätigkeiten führen heute auch Vorfeldorganisationen der US-Außenpolitik durch. Washington hatte schon in den 1950er Jahren mit Millionensummen in Tibet interveniert, damals aber sogar bewaffnete Aufstände von Tibetern gegen die Volksrepublik unterstützt. Deutsche Organisationen nahmen sich gegen Ende der 1980er Jahre der Tibet-Thematik an, als China zum globalen Konkurrenten des Westens aufzusteigen begann. Die aktuellen Aktivitäten sind geeignet, Beijing recht empfindlich zu schwächen. Sie ergänzen weitere deutsch-amerikanische Maßnahmen, die den Aufstieg des ostasiatischen Konkurrenten bremsen sollen.
Guerilla-Angriffe
Die ersten westlichen Tibet-Aktivitäten begannen schon wenige Jahre nach der Gründung der Volksrepublik. Sie sind im politischen Gedächtnis Chinas bis heute präsent und spielen bei der Beurteilung aktueller separatistischer Tendenzen eine nicht unwichtige Rolle. Dabei handelt es sich um die 1957 einsetzende logistische und militärische Unterstützung der USA für bewaffnete tibetische Aufstände, mit denen die kommunistische Herrschaft erschüttert werden sollte.[1] Die Maßnahmen überdauerten die Flucht des Dalai Lama nach Dharamsala ins indische Exil, wo sich nach 1959 die tibetische "Exilregierung" etablierte. Wie Washingtoner Regierungsdokumente belegen, zahlte die CIA in den 1960er Jahren bis zu 1,7 Millionen US-Dollar pro Jahr, um "Operationen gegen China" in Gang zu halten. Bis zu 180.000 US-Dollar gingen direkt an den Dalai Lama.[2] Vereinzelte Kämpfe fanden noch bis in die 1970er Jahre statt. "Von Mustang aus, einer tibetischen Enklave in Nepal, wurden mit amerikanischer Unterstützung Guerilla-Angriffe geführt, die erst 1974 endeten, als die USA und die nepalesische Regierung ihre Hilfe einstellten", berichtet die Tibet-Expertin Prof. Karenina Kollmar-Paulenz.[3] Zwei Jahre zuvor hatte Washington neue Kooperationen mit Beijing eingeleitet, die das gemeinsame Vorgehen gegen die Sowjetunion als vordringliche Aufgabe definierten.
Grün-alternativ
Deutsche Organisationen sind seit den 1980er Jahren intensiv mit der Tibet-Thematik befasst. Zu diesem Zeitpunkt hatte in der Volksrepublik der Wirtschaftsaufschwung begonnen, der das Land inzwischen an die Spitze der globalen Handelsstatistiken führte. Polit-Strategen hielten schon damals den Aufstieg Chinas zur Großmacht für möglich - und sahen künftige Rivalitäten zwischen Beijing und den westlichen Mächten voraus. 1985 knüpfte die Bundestagsfraktion der "Grünen" an die Tibet-Kontakte zum Buddhismus bekehrter "alternativer" Kreise an und setzte die Autonomie- und Sezessionsforderungen in der chinesischen Region mit Anhörungen und Resolutionen auf die Tagesordnung der bundesdeutschen Politik. Involviert war bereits damals mit Tsewang Norbu ein ehemaliger Mitarbeiter des Dalai Lama, der zunächst als Angestellter der "grünen" Bundestagsabgeordneten Petra Kelly die Tibet-Politik mitgestaltete und seit 1992 von der Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis 90/Die Grünen) beschäftigt wird - bis heute. Norbu gründete darüber hinaus die Deutsch-Tibetische Kulturgesellschaft, deren stellvertretender Vorsitzender er lange Zeit war, und arbeitete auch als Berliner "Special Correspondent" des US-finanzierten Senders "Radio Free Asia" (RFA). RFA gehört zu den Quellen, auf denen die aktuelle westliche Berichterstattung über die Unruhen in Tibet beruht.
Politische Willensbildung
Mit Tibet-Aktivitäten sind heute insbesondere zwei der großen deutschen parteinahen Stiftungen befasst, die der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog als "wirksamste Instrumente der deutschen Außenpolitik" bezeichnet hat.[4] Die Stiftungen werden zum überwiegenden Teil aus staatlichen Haushalten finanziert. Eine von ihnen, die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung, berät das tibetische Exilparlament seit 1991 "in allen Fragen der politischen Bildung". Diese Tätigkeit werde "für die politische Willensbildung tibetischer Parlamentarier (...) sehr wichtig sein", hieß es schon vor Jahren bei der Stiftung.[5] Einer ihrer Projektpartner ("Tibetan Parliamentary and Policy Research Centre", TPPRC) führt Workshops für die meist in Indien oder in Nepal ansässigen tibetischen Exilgemeinschaften durch.[6] Außerdem vermittelt er tibetischen Studenten, "wie sie ihrem Land innerhalb oder außerhalb der Regierung dienen können".[7] Von 2003 bis 2007 nahmen insgesamt 500 Studenten an den Veranstaltungen teil. Die Friedrich-Naumann-Stiftung organisiert außerdem schon seit Mitte der 1990er Jahre Konferenzen, die "die Arbeit der internationalen Tibet-Gruppen koordinieren und ihre Verbindungen zur Zentraltibetischen Exilregierung festigen" sollen - eine aufwendige Tätigkeit, die die weltweite Vernetzung der Tibet-Aktivisten mit Dharamsala erleichtert. Die jüngste dieser Konferenzen endete im Mai 2007 mit der Einigung auf einen "Aktionsplan", bei dem es auch um die Nutzung der Olympischen Spiele in Beijing für die exiltibetischen Anliegen ging (german-foreign-policy.com berichtete [8]).
Rechtfertigung
In Sachen "Tibet" aktiv ist auch die Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis 90/Die Grünen). Dazu nutzt sie wie die Friedrich-Naumann-Stiftung unter anderem ihr Büro in Indien. Laut eigenen Angaben hat sie "ihre langjährige Unterstützung der exiltibetischen Gemeinschaft zum Jahreswechsel 2005/2006 stärker fokussiert".[9] Sie konzentriert sich jetzt auf die Unterstützung zweier Organisationen, die ihren Sitz in der exiltibetischen "Hauptstadt" Dharamsala haben. Dabei handelt es sich um das "Tibetan Centre for Conflict Resolution" (TCCR), das in exiltibetischen Gemeinden Streit schlichtet, und insbesondere um das "Tibetan Centre for Human Rights and Democracy" (TCHRD). Das TCHRD erstellt jährlich einen Bericht über die Menschenrechtsverletzungen in Tibet und besitzt hohe Bedeutung für die Rechtfertigung tibetischer Polit-Forderungen. "In Anbetracht der nach wie vor aktuellen, wenn auch fast aussichtslos erscheinenden Forderung nach einem Selbstbestimmungsrecht der Tibeter existiert (...) weiterhin ein großer Bedarf an der Dokumentation der durch die chinesische Staatsgewalt in Tibet ausgeübten Menschenrechtsverletzungen und Assimilierungspolitik, wie sie beispielsweise vom Stiftungspartnerpartner TCHRD betrieben wird" [10], schreibt die Heinrich-Böll-Stiftung. Das TCHRD wird auch vom "National Endowment for Democracy" (NED) unterstützt, einer Vorfeldorganisation der US-Außenpolitik, die durch die Finanzierung sogenannter "Farbenrevolutionen" in Osteuropa und Zentralasien bekannt geworden ist.
Flächenbrand
Die Tibet-Aktivitäten der deutschen Stiftungen berühren einen der sensibelsten Punkte der chinesischen Politik. Sie stellen nicht nur eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes dar, sondern tangieren den territorialen Bestand der Volksrepublik. "In gewisser Weise ist Tibet der Eckstein eines fragilen Vielvölkerstaats", beschreibt eine Politikberaterin vom Hamburger Institut für Asien-Studien die Problematik: "Ein Schreckensszenario Beijings ist, dass es von Tibet aus zu einem Flächenbrand kommen könnte." So sind "auf einer Landkarte in einer Autobiographie des Dalai Lama von 1990 (...) neben Großtibet auch 'Ostturkestan' als Siedlungsgebiet muslimischer Uiguren, die 'Innere Mongolei' und die 'Mandschurei' eingezeichnet."[11] Die Sezession dieser Gebiete hätte schwere Folgen: "Das verbleibende chinesische Siedlungsgebiet schrumpft so auf ein Drittel des Territoriums der Volksrepublik."
Strategisch, nicht legalistisch
Tatsächlich ist die aktuelle Tibet-Kampagne, zu der auch deutsche Organisationen beigetragen haben, nur ein Beispiel für die zunehmend antichinesische Politik Berlins und Washingtons. In Afrika agitieren die Bundesrepublik und die Vereinigten Staaten inzwischen offen gegen China.[12] Aggressive Konkurrenz wird auch in Lateinamerika [13] und Zentralasien [14] praktiziert. Als mögliches asiatisches Gegengewicht zur Eindämmung der Volksrepublik gilt Indien. Es wird entsprechend vom Westen umworben.[15] Auch hier könnte Tibet als Hebel dienen, um die zögerlichen herrschenden Kreise in New Delhi auf Kurs zu bringen. Es sei "Zeit für Indien", seine "ängstliche Annäherung" an China zu beenden und Beijing - auch im Hinblick auf Tibet - "unter Druck" zu setzen, heißt es in einer Stellungnahme eines ehemaligen Beamten des indischen Außenministeriums. Die Beziehungen zu China müssten "aus einer strategischen, nicht aus einer legalistischen Perspektive" gestaltet werden. Das Positionspapier wird vom Indien-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung zur Debatte gestellt.[16]
Nicht geduldet
Nicht zuletzt heizt die Tibet-Kampagne auch in Deutschland selbst antichinesische Stimmungen an und lässt immer weniger Raum für Kritik. Meinungen, die vom gegen Beijing gerichteten Mainstream abweichen, werden inzwischen sogar mit Sanktionen belegt. In Köln musste jetzt der Vortrag eines Sinologen zum Thema Tibet kurzfristig abgesagt werden. Die Organisatoren hatten die einseitige westliche Berichterstattung kritisiert und wollten eine differenziertere Debatte über den Konflikt anstoßen.[17] Diese Absicht führte dazu, dass ihnen die für den Vortrag angemieteten Räume in einem Kölner Bürgerzentrum kurzfristig gekündigt wurden. Wie die Verantwortlichen des Bürgerzentrums mitteilten, werde man keine "anti-tibetischen" Veranstaltungen dulden.
Nähere Informationen zur deutschen Tibet-Politik finden Sie hier: Schwächungsstrategien (I), Schwächungsstrategien (II), Schwächungsstrategien (III), Schwächungsstrategien (IV), Der Olympia-Hebel und Die Fackellauf-Kampagne.

[1] Karenina Kollmar Paulenz: Kleine Geschichte Tibets, München 2006
[2] CIA funded covert Tibet exile campaign in 1960s; The Age (Australia) 16.09.1998
[3] Karenina Kollmar Paulenz: Kleine Geschichte Tibets, München 2006
[4] s. dazu "Wirksamste Instrumente der deutschen Außenpolitik"
[5] Buchbesprechung: "Tibet im Exil"; www.fnst-freiheit.org
[6] Intensive workshop for Tibetan Local Assembly Members; www.southasia.fnst-freiheit.org
[7] "The objective is to make the student understand oneself and the exile government, enabling them to know exactly how to serve their country by working within the government or outside it." Youth Leadership Training with a Difference; www.southasia.fnst-freiheit.org
[8] s. dazu Die Fackellauf-Kampagne
[9], [10] Heinrich-Böll-Stiftung: Politischer Jahresbericht Länderbüro Indien, 2005/2006
[11] "Der Dissens unter den Exiltibetern wächst". Interview mit China-Experten: Unruhen unterminieren pazifistisches Credo des Dalai Lama - Beijing fürchtet Vision eines Großtibet; GIGA News 20.03.2008
[12] s. dazu Mr. Horst Köhler, Managing Director, Auf gleicher Augenhöhe, Hegemonialkonkurrenten und Näher an Afrika
[13] s. dazu Strategische Neubestimmungen, Schlüsselpositionen und Zu den Minen
[14] s. dazu Spät, aber nachhaltig und Günstige Lage
[15] s. dazu Militärpartner, Friedensmächte und Der dritte Pfeiler
[16] "It is time for India to get out of its defensive mindset and timid approach in dealing with China. There are vital national security interests at stake. Relations with China must be handled from a strategic, not a legalistic, perspective. The approach India follows should be multi-dimensional. India does want better relations with China, but it must also evolve a calculated and calibrated policy to put China under some pressure to safeguard its interests and concerns." Rajiv Sikri: India’s Tibet Policy: Need for a Change; www.boell-india.org
[17] Für Informationen zu Tibet in der Alten Feuerwache kein Platz? www.salz-köln.de
Copyright © 2005 Informationen zur Deutschen Außenpolitik

Anonym hat gesagt…

http://cloakanddagger.de/home%20page%20items/Hitler%20and%20the%20Dalai%20Lama.htm

Der Dalai Lama, Hitler und Harrer
(mit vielen Bildern)

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http://info.kopp-verlag.de/aktuelles/artikelanzeige/article/warum-washington-mit-china-tibetanisches-roulette-spielt.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=50&cHash=fde47c5bb9

Warum Washington mit China »Tibetanisches Roulette« spielt
Washington hat sich offensichtlich für ein hochriskantes geopolitisches Spiel mit Peking entschieden, als man die Gewalt in Tibet genau zu dem Zeitpunkt anfachte, wo die Beziehungen beider Länder ohnehin heikel sind und die Olympischen Spiele in Peking vor der Tür stehen. Es ist Teil einer in den letzten Monaten eskalierenden Strategie der Bush-Regierung zur Destabilisierung Chinas. Dazu gehört auch der Versuch, im benachbarten Myanmar eine chinafeindliche »Safran-Revolution« in Gang zu setzen, US-geführte NATO-Truppen nach Darfur zu bringen, wo Chinas Ölgesellschaften gerade potenziell riesige Erdölreserven erschließen. Außerdem gehört dazu das Vorgehen auf dem gesamten rohstoffreichen afrikanischen Kontinent. Und schließlich ist man hartnäckig bemüht, Indien auf dem asiatischen Subkontinent zu einer neuen vorgeschobenen Basis für Operationen gegen China aufzubauen. Allerdings weist im Augenblick alles darauf hin, dass die indische Regierung keinesfalls darauf bedacht ist, die Beziehungen zu China zu gefährden.

Das grüne Licht für die derzeitige Tibet-Operation wurde anscheinend im Oktober letzten Jahres gegeben, als George Bush sich in Washington zum ersten Mal öffentlich mit dem Dalai Lama traf. Der Präsident der Vereinigten Staaten ist sich durchaus bewusst, wie viel bei einem solchen Affront gegenüber China auf dem Spiel steht. Aber Bush verschärfte den Affront noch, als er an einer Sondersitzung des Kongresses teilnahm, bei der dem Dalai Lama die Goldmedaille des Kongresses verliehen wurde.




George Bush heizte die Tibet-Krise an, als er einem Treffen mit dem Dalai Lama zustimmte.



George Bush, Außenministerin Condoleezza Rice, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärten sofort ihre Unterstützung für die orangerotgekleideten tibetanischen Mönche; die Erklärungen nahmen oft geradezu absurde Formen an. Merkel ließ erklären, aus Protest gegen die Behandlung der tibetischen Mönche durch China werde sie nicht an der Eröffnung der olympischen Sommerspiele im August in Peking teilnehmen. Ihr Pressesprecher unterließ indessen den Hinweis darauf, dass ihre Anwesenheit ursprünglich überhaupt nicht geplant gewesen war.

Ihrer Erklärung schloss sich der amerikafreundliche polnische Premierminister Donald Tusk an, und dasselbe erklärte der proamerikanische tschechische Präsident Vaclav Klaus. Auch bei ihnen ist nicht klar, ob sie ursprünglich teilnehmen wollten, aber die Erklärung lieferte dramatische Schlagzeilen.

Die jüngste Welle gewalttätiger Proteste und dokumentierter Angriffe tibetischer Mönche gegen in Tibet lebende Han-Chinesen begann am 10. März, als mehrere hundert Mönche nach Lhasa marschierten, um die Freilassung anderer Mönche zu fordern, die im Gefängnis saßen, angeblich weil sie die Verleihung der Goldmedaille an den Dalai Lama im Oktober letzten Jahres gefeiert hatten. Immer mehr Mönche schlossen sich ihnen bei einer Demonstration anlässlich des 49. Jahrestags des tibetischen Aufstandes gegen die chinesische Herrschaft an.



Das geopolitische Spiel

Die chinesische Regierung wies darauf hin, dass der plötzliche Ausbruch antichinesischer Gewalt in Tibet – eine neue Eskalation der Bewegung des im Exil lebenden Dalai Lama – verdächtigerweise zeitlich so abgepasst ist, dass damit im Vorfeld der Olympischen Spiele das Augenmerk auf die Lage der Menschenrechte in China gelenkt wird. In China gilt die Ausrichtung der Olympischen Spiele als eine deutliche Bestätigung dafür, dass ein neues, reiches China auf die weltpolitische Bühne getreten ist.

Betrachtet man die Akteure im Hintergrund der tibetischen »Orangeroten Revolution«, dann ist offensichtlich, dass man in Washington in letzter Zeit Überstunden gemacht hat, um den vielen berüchtigten Farben-Revolutionen eine neue hinzuzufügen. Die öffentlichen Proteste sollen Peking maximal in Verlegenheit bringen. Die Akteure innerhalb und außerhalb Tibets sind die üblichen dem US-Außenministerium nahestehenden Verdächtigen, wie beispielsweise das National Endowment for Democracy (NED), das CIA-nahe Freedom House – vertreten durch die Vorsitzende Bette Bao Lord, die auch im Internationalen Tibet-Komitee eine Rolle spielt – sowie die Trace Foundation, die von George Soros’ Tochter Andrea Soros Colombel finanziert wird.

Chinas Premier Wen Jiabao wirft dem Dalai Lama vor, er inszeniere die jüngsten Unruhen, um die Olympischen Spiele zu sabotieren, »damit sein unsägliches Ziel erreicht wird«, nämlich die Unabhängigkeit Tibets.

Bush telefonierte mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao, um Druck für Gespräche zwischen China und dem im Exil lebenden Dalai Lama zu machen. Das Weiße Haus erklärte, Bush habe »seine Bedenken über die Lage in Tibet zum Ausdruck gebracht und der chinesischen Regierung nahegelegt, in einen ernsthaften Dialog mit den Vertretern des Dalai Lama einzutreten sowie Journalisten und Diplomaten den Zugang zu gestatten«.

Hu habe erwidert, der Dalai Lama müsse »seine Sabotage« der Olympischen Spiele »beenden«, bevor Peking Gespräche mit dem im Exil lebenden geistlichen Oberhaupt der Tibeter in Erwägung ziehen könne, so die Aussage des außenpolitischen Sprechers Qin Gang.



Die seltsamen Freunde des Dalai Lama

Im Westen ist das Image des Dalai Lama so hochgespielt worden, dass Viele ihn fast wie einen Gott betrachten. Uns geht es hier nicht um das geistliche Leben des Dalai Lama, aber der Hinweis sei gestattet, dass er die meiste Zeit seines Lebens mit Reisen zugebracht hat.

Die Kreise, in denen sich der Dalai Lama bewegt, kann man nur als »recht konservativ« bezeichnen. Heute ist weitgehend in Vergessenheit geraten, dass Gestapochef Heinrich Himmler und andere führende Nazis in den 1930er Jahren Tibet als heilige Stätte des verlorenen Atlantis und als Ursprung der »reinen nordischen Rasse« verehrten.

Im Alter von elf Jahrem und bereits zum Dalai Lama auserkoren, war der jetzige Dalai Lama mit Heinrich Harrer befreundet, einem Mitglied der NSDAP und Offizier in Heinrich Himmlers berüchtigter SS. Weit entfernt von dem unschuldigen Bild, das der bekannte Hollywood-Film mit Brad Pitt von ihm zeichnet, war Harrer, als er den elfjährigen Dalai Lama traf, Elite-Mitglied der SS. Er wurde zu einem der Lehrer des Dalai Lama »über die Außenwelt«. Nur der Dalai Lama kennt den Inhalt von Harrers Privatstunden, beide blieben jedoch Freunde, bis Harrer 2006 im hohen Alter von 93 Jahren starb. [1]

Natürlich sagt die Freundschaft zur einer bestimmten Einzelperson noch nichts über den Charakter eines Menschen aus, aber im Lichte späterer Freundschaften ist sie doch interessant. Zusammen mit Margret Thatcher und Präsident George H. W. Bush senior – der ehemalige Botschafter in Peking und Direktor des CIA – verlangte der Dalai Lama im April 1999 von der britischen Regierung die Freilassung Augusto Pinochets, des faschistischen Diktators von Chile und langfristigen CIA-Klienten, der damals England besuchte. Der Dalai Lama drängte darauf, dass Pinochet nicht gezwungen werden sollte, nach Spanien zu gehen, wo ein Haftbefehl gegen ihn wegen Menschenrechtsverletzungen vorlag. Außerdem ist bekannt, dass der Dalai Lama enge Verbindungen zu Miguel Serrano [2] unterhielt, dem Chef der chilenischen Nationalsozialistischen Partei, die den sogenannten esoterischen Hitlerismus vertritt. [3]

Lässt man den Anspruch des Dalai Lama auf Göttlichkeit hier einmal außer Acht: Unbestritten bleibt, dass er seit seiner Flucht ins indische Exil 1959 ständig von verschiedenen amerikanischen und westlichen Geheimdiensten und deren sogenannten NGOs umgeben ist und von ihnen finanziert wird. Hier ist von Belang, welche Pläne seine Freunde in Washington hegen.



Die NED ist wieder am Werk …

Wie Michael Parenti in seinem Buch Friendly Feudalism: The Tibet Myth, anmerkt, »unterstützte die CIA in den 1950er- und 1960er-Jahren das Anliegen der Tibeter aktiv mit Waffen, militärischer Ausbildung, Geld, Luftunterstützung und jeder nur möglichen Hilfe«. Die in Amerika beheimatete American Society for a Free Asia, eine CIA-Frontorganisation, vertrat den tibetischen Widerstand in der Öffentlichkeit; Thubtan Norbu, der ältere Bruder des Dalai Lama, spielte eine aktive Rolle bei dieser Organisation. Der zweitälteste Bruder, Gyalo Thondup, baute mit Hilfe der CIA 1951 eine Geheimdienstorganisation auf. Daraus entstand später eine von der CIA ausgebildete Guerillaeinheit, deren Rekruten nach Parentis Angaben [4] mit dem Fallschirm über Tibet abgesetzt wurden.

Laut amerikanischen Geheimdienstdokumenten, die in den 1990er-Jahren freigegeben wurden, »ließ die CIA der tibetischen Exilbewegung pro Jahr 1,7 Mio. $ für antichinesische Operationen zukommen, inklusive einer jährlichen Unterstützung von 180.000 $ für den Dalai Lama«. [5]

Mit der Hilfe der CIA floh der Dalai Lama ins indische Dharamsala, wo er seitdem lebt. Er erhält auch heute noch Unterstützung in Millionenhöhe, nicht von der CIA, sondern von der National Endowment for Democracy (NED), einer unverfänglicher klingenden CIA-Frontorganisation. Die NED hat bei allen von Amerika unterstützten Farben-Revolutionen und Destabilisierungen mitgewirkt, von Serbien über Georgien bis zur Ukraine und Myanmar. Sie finanziert oppositionelle Medien und weltweite Werbekampagnen für die von ihr favorisierten Oppositionskandidaten.

Wie bei den anderen Farben-Revolutionen der jüngsten Zeit facht die US-Regierung auch die Destabilisierung gegen China an, indem sie durch ihre Frontorganisation National Endowment for Democracy (NED) Protestorganisationen innerhalb und außerhalb Tibets finanziert.

Die NED wurde Anfang der 1980er-Jahre von der Reagan-Regierung auf Empfehlung von Bill Casey, dem damaligen CIA-Direktor, gegründet, nachdem eine Reihe von Morden und Destabilisierungen gegnerischer Regimes durch die CIA öffentlich ruchbar geworden war. Die NED sollte ursprünglich als unabhängige NGO (nicht-staatliche Organisation) auftreten, die der CIA und den Regierungsbehörden nahestehen, aber doch weniger auffällig sein sollte. Der erste Vorsitzende der NED, Allen Weinstein, erklärte gegenüber der Washington Post: »Vieles, was wir [die NED] heute tun, machte vor 25 Jahren noch verdeckt die CIA.« [6]




Carl Gershman, Chef der NED, gewann den Preis als »bedeutende Persönlichkeit« für die Förderung der Demokratie in China, aber nicht von den Chinesen. Seine Stiftung tut heute, was die CIA früher nachte: Regimes zu stürzen, die Washington nicht wohlgesonnen sind.



Der amerikanische Geheimdienst-Historiker William Blum schreibt: »Die NED spielte in der Iran-Contra-Affäre der 1980er-Jahre durch die Finanzierung von Schlüsselbereichen von Oliver Norths obskurem Project Democracy’ eine wichtige Rolle.« Dies Netzwerk privatisierte die amerikanische Außenpolitik, führte Kriege, vertrieb Waffen und Drogen und nahm an weiteren netten Aktivitäten teil. 1987 erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses, dass die Leute von der NED »das ›Project Democracy‹ durchführen.« [7]

Die bekannteste dem Dalai Lama nahestehende Bewegung für die Unabhängigkeit Tibets ist die 1988 in Washington gegründete International Campaign for Tibet (ICT). Spätestens seit 1994 erhält die ICT finanzielle Unterstützung von der NED. 2005 verlieh die ICT ihren Preis »Licht der Wahrheit« an den NED-Gründer Carl Gershman. Weitere Preisträger der ICT waren u.a. die deutsche Friedrich-Naumann-Stiftung und der tschechische Präsident Vaclav Havel. Dem ICT-Präsidium gehören auch ehemalige Beamte des US-Außenministeriums wie Gare Smith und Julia Taft an. [8]

Eine weitere besonders aktive Peking-feindliche Organisation ist die amerikanische Gruppe Students for a Free Tibet (Studenten für ein freies Tibet, SFT), die 1994 in New York mit Hilfe des US-Tibet-Komitees und der von von der NED finanzierten International Campaign for Tibet (ICT) gegründet wurde. Bekannt wurde SFT, nachdem Mitglieder auf der Großen Chinesischen Mauer ein 150 Meter langes Banner entrollt hatten, auf dem »Freiheit für Tibet« gefordert und nicht begründete Vorwürfe gegenüber Peking wegen angeblichen Völkermordes an Tibetern erhoben wurden. Derartige spektakuläre Aktionen kommen anscheinend bei naiven Studenten gut an.

Die SFT war eine von fünf Organisationen, die am 4. Januar dieses Jahres den Beginn vom »Aufstand des tibetischen Volkes« verkündete und ein für die Koordination und Finanzierung verantwortliches provisorisches Büro einrichtete.

Ein weiterer prominenter Unterstützer des Dalai Lama gegen Peking ist Harry Wu. Er wurde dadurch bekannt, dass er 1996 in einem Interview mit dem Playboy fälschlich behauptete, er habe »Videoaufnahmen von einem Gefangenen gemacht, dem bei lebendigem Leibe die Nieren entfernt werden, bevor er dann ins Freie gebracht und erschossen wird. Die BBC hat den Film gesendet.« Im BBC-Film war nichts dergleichen zu sehen, aber der Schaden war da. Wie viele Menschen schauen schon in alten BBC-Archiven nach? Wu, pensionierter Berkeley-Professor, hatte China verlassen, nachdem er als Dissident im Gefängnis gesessen hatte. Heute ist er Vorsitzender der Laogai Research Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, deren Haupfinanzquelle wiederum die NED ist. [9]

Neben anderen Projekten unterstützt die von der US-Regierung finanzierte NED auch die Zeitung Tibet Times, die im indischen Dharamsala, dem Hauptquartier des Dalai Lama, produziert wird. Die NED finanziert auch das Tibet Multimedia Center zur »Verbreitung von Informationen über den Kampf für Menschenrechte und Demokratie in Tibet«, das seinen Sitz ebenfalls in Dharamsala hat. Und schließlich finanziert die NED das Tibetan Center for Human Rights and Democracy.

Kurz: Die Fingerabdrücke des US-Außenministeriums und der Geheimdienste finden sich überall bei dem Aufstand der Bewegung für eine freies Tibet und die Angriffe gegen Han-Chinesen im März. Die Frage ist: Warum das Ganze, und vor allem, warum jetzt?



Tibets Rohstoffschätze

Tibet ist für China strategisch wichtig, und zwar nicht nur wegen seiner geografischen Lage an der Grenze zu Indien, Washingtons neuestem asiatischen Alliierten gegen China. Tibet verfügt auch über reiche Rohstoffvorkommen, einschließlich Öl. In Tibet gibt es einige der größten Uran- und Boraxvorkommen, die Hälfte des weltweiten Lithiums, die größten Kupfervorkommen Asiens sowie 80.000 Goldminen. Tibets Wälder sind Chinas größtes Holzreservoir; 1980 wurden Bäume im Wert von schätzungsweise 54 Mrd. $ gefällt und nach China gebracht. Tibet verfügt auch über einige der bedeutendsten Ölreserven der Region. [10]

An der Grenze zwischen der Autonomen Region Tibet und der Autonomen Region Xinjian Uygur liegt auch das Qaidam-Becken, eine großes öl- und rohstoffreiches Gebiet, das als »Schatzbecken« bekannt ist. In dem Becken wurden Vorkommen von 57 Rohstoffen nachgewiesen, darunter Erdöl, Erdgas, Kohle, Natursalz, Kalium, Magnesium, Blei, Zink und Gold. Diese mineralischen Rohstoffe haben einen potenziellen wirtschaftlichen Wert von 15 Billionen Yuan oder 1,8 Bio. US Dollar. Die nachgewiesenen Reserven von Kalium, Lithium und Natursalz in der Region sind die größten in ganz China.




Ein Bild auf die Landkarte zeigt die strategische Bedeutung der geografischen Lage Tibets.



Mit seiner Lage auf dem »Dach der Welt« ist Tibet darüber hinaus die wohl wertvollste Wasserquelle für die ganze Welt. In Tibet entspringen sieben der größten Flüsse Asiens, die 2 Milliarden Menschen mit Wasser versorgen. Wer über Tibets Wasser bestimmt, verfügt über ein gewaltiges Machtmittel für ganz Asien.

Aber hauptsächlich ist Washington heute so interessiert an Tibet, weil man es als Hebel zur Destabilisierung und Erpressung der Regierung in Peking einsetzen kann.



Washingtons ,Gewaltlosigkeit als Form der Kriegsführung’

Westliche Medien haben über die Ereignisse in Tibet seit dem 10. März ohne große Rücksicht auf Genauigkeit und unabhängige Verifizierung der Informationen berichtet. Die meisten Bilder, die in europäischen und amerikanischen Zeitungen und im Fernsehen zu sehen waren, zeigten nicht einmal die Unterdückung tibetischer Mönche oder Anhänger des Dalai Lama. In den meisten Fällen zeigten die Bilder von Reuters oder AFP Han-Chinesen, die von tibetischen Mönchen und paramilitärischen Organisationen angegriffen wurden. Deutsche Fernsehsender sendeten in einigen Fällen Videobilder, die überhaupt nicht aus Tibet stammten, sondern von der nepalesischen Polizei in Kathmandu. [11]

Wenn die westlichen Medien in dieser Weise mitgespielt haben, so beweist das auf Neue, dass die Aktionen über Tibet Teil einer wohlorchestrierten Destabilisierungsaktion von Seiten Washingtons sind. Nur Wenigen ist bewusst, dass die National Endowment for Democracy (NED) auch 1989 bei der Initiierung der Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens eine maßgebliche Rolle spielte, und zwar durch die Albert Einstein Institution (die diesen Namen sicherlich zu Unrecht trägt) von Gene Sharp und durch den US-Oberst Robert Helvey. Die Albert Einstein Institution spezialisiert sich nach eigenen Angaben auf »Gewaltlosigkeit als Form der Kriegsführung«. [12]

Oberst Helvey war früher bei der Defence Intelligence Agency, dem amerikanischen Militätgeheimdient, in Myanmar stationiert. In Honkong bildete er Studenten aus Peking in Techniken der Massendemonstration aus, die sie dann im Juni 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens anwendeten. Er gilt jetzt als Berater der Falun Gong in ähnlichen Techniken des zivilen Ungehorsams. Offiziell schied Helvey 1991 aus der Armee aus; aber schon lange vor diesem Zeitpunkt war er für die Albert Einstein Institution und George Soros’ Open Society Foundation tätig. Im Jahresbericht von 2004 bestätigte Helveys Albert Einstein Institution die Beratertätigkeit für die Tibeter. [13]

Mit dem Aufkommen des Internets und dem Einsatz von Mobiltelefonen hat das US-Pentagon eine ganz neue, verfeinerte Form des Regimewechsels und der politischen Destabilisierung entwickelt. In den Worten von Jonathan Mowat, der als Historiker das Phänomen der Welle der Farben-Revolutionen untersucht: »… Wir erleben die zivile Anwendung von Donald Rumsfelds Doktrin von der ›Revolution in militärischen Angelegenheiten‹, die vom Einsatz hochmobiler kleiner Einheiten abhängt, der durch Nachrichten und Kommunikation ›in Echtzeit‹ ermöglicht wird. Soldatengruppen übernehmen ganze Häuserblocks und bekommen mithilfe von Videobildschirmen in ›Aufklärungshelmen‹ einen sofortigen Überblick über ihre Umgebung; das ist die militärische Seite. Jugendbanden, die ständig über Mobiltelefone miteinander kommunizieren und sich gezielt an Straßenkreuzungen treffen, sind die zivile Anwendung der Doktrin.«

Diese Parallelität kann kaum überraschen, denn schließlich haben das US-Militär und die Nationale Sicherheitsbehörde die Entwicklung des Internets, der Mobiltelefone und der Software-Foren unterstützt. Man hat von Anfang an diese Technologien untersucht und damit experimentiert, um ihren optimalen Einsatz in einer neuen Form der Kriegsführung zu ermitteln. Die ›Revolution‹ in der Kriegsführung, die durch solche neuen Instrumente möglich wird, haben einige Spezialisten über psychologische Kriegsführung ins Extrem getrieben. Obwohl diese Militärutopisten schon seit Langem in hohen Posititonen arbeiten (beispielsweise in der Rand Corporation), haben sie in einigen Fällen einfach wichtige Kommandostrukturen des US-Militärapparats übernommen, als die Neokonservativen sich in Donald Rumsfelds Pentagon durchsetzten. [14]



Das Ziel: Die Kontrolle über China

Die Politik Washingtons hat diese Techniken der »revolutionären Gewaltlosigkeit« benutzt und verfeinert; zu den NED-Operationen gehörten eine Reihe von »demokratischen« Projekten oder sanften Coups, die Teil einer größeren Strategie waren, mit der China der Zugang zu seinen lebenswichtigen externen Öl- und Gasreserven abgeschnitten werden soll.

Man erinnere sich an das dem damaligen US-Außenminister Henry Kissinger – ein Verfechter britischer Geopolitik in amerikanischem Gewande – zugeschriebene Zitat von 1970: »Wer das Öl beherrscht, der beherrscht ganze Nationen …«

Washingtons Versuch der Destabilisierung mithilfe Tibets, die zweifellos mit stillschweigender »Hilfe« der Freunde in Großbritannien und anderen amerikafreundlichen Nachrichtendiensten betrieben wird, ist Teil eines sehr klaren Operationsmusters.

Dazu gehört Washingtons Destabilisierungsversuch gegen Myanmar mit der »Safran-Revolution« genauso, wie der jetzige Vorstoß, NATO-Truppen nach Darfur zu bringen, um Chinas Zugang zu den lebenswichtigen Ölquellen dort und in ganz Afrika abzuschneiden. Auch die Versuche, Probleme in Usbekistan und Kirgisistan zu schüren, gehören zu den Störmanövern gegen Chinas neue lebenswichtige Erdölpipeline-Verbindungen zwischen China und Zentralasien. Auf dieselbe Weise soll Russland eingekreist werden, um die Pipelineverbindungen zwischen Russland und Westeuropa, sowie China, Indien und dem Nahen Osten zu kontrollieren. Immerhin hängt China von dem ununterbrochenen Ölfluss aus dem Iran, Saudi Arabien und anderen OPEC-Ländern ab.



Hinter der Einkreisungsstrategie gegen China

In diesem Zusammenhang lohnt es sich, eine aufschlussreiche Analyse von Zbigniew Brzezinsky zu zitieren, die im September/Oktober 1997 in Foreign Affairs, der Zeitschrift des New Yorker Council on Foreign Relations, veröffentlicht wurde. Brzezinski, Protégé David Rockefellers und Anhänger Sir Halford Mackinders, des Begründers der britischen Geopolitik, ist heute außenpolitischer Berater des Demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama. 1997 schrieb er: »In Eurasien liegen die politisch bedeutendsten und dynamischsten Staaten der Welt. Wer auch immer in der Geschichte die Weltmacht anstrebte, kam aus Eurasien. Die bevölkerungsreichen Länder, die heute nach regionaler Hegemonie streben, nämlich China und Indien, liegen in Eurasien, ebenso wie alle potenziellen politischen oder wirtschaftlichen Herausforderer der Vormachtstellung Amerikas. Die nach den USA sechs größten Volkswirtschaften und Militärmächte liegen in Eurasien; ebenso – bis auf eine – alle offenen Atommächte sowie – bis auf eine – alle verdeckten Atommächte. In Eurasien leben 75 Prozent der Weltbevölkerung, werden 60 Prozent des Bruttoweltprodukts erwirtschaftet und liegen 75 Prozent der Weltenergiereserven. Insgesamt gesehen stellt die potenzielle Macht Eurasiens sogar die Macht Amerikas in den Schatten.«

Und weiter: »Eurasien ist der Achsen-Superkontinent der Welt. Eine Macht, die Eurasien kontrolliert, hätte entscheidenden Einfluss auf zwei der drei wichtigsten Produktivregionen der Welt, nämlich Westeuropa und Ostasien. Ein Blick auf die Karte macht auch deutlich, dass ein Land, das in Eurasien dominiert, fast automatisch auch den Nahen Osten und Afrika kontrollieren würde. Wenn Europa also heute zum entscheidenden geopolitischen Schachbrett wird, dann reicht es nicht mehr, eine Politik für Europa zu gestalten und eine andere für Asien. Die zukünftige Machtverteilung auf der eurasischen Landmasse wird über die Bedeutung der globalen Vorherrschaft Amerikas entscheiden …« [15] (Hervorhebung von mir – W. E.)

Diese Erklärung, die lange vor der von Amerika angeführten Bombardierung des ehemaligen Jugoslawiens und der Besetzung Afghanistans und des Iraks durch US-Militärs, oder die Unterstützung für die Baku-Tblisi-Pipeline geschrieben wurde, stellt die Äußerungen Washingtons über »die Befreiung der Welt von Tyrannei« und die Ausbreitung der Demokratie in einen etwas anderen Zusammenhang, als den, den man von Bush und anderen Politikern gewöhnlich hört.

Es geht um globale Hegemonie, nicht um Demokratie. Es überrascht wohl kaum, dass Mächte wie China nicht davon überzeugt sind, es wäre in chinesischem Interesse, wenn Washington eine solch überwältigende Macht bekäme; und Russland hält es wohl genauso wenig für einen Schritt zum Frieden, wenn die Nato die Ukraine und Georgien schluckt und amerikanische Raketen an der Schwelle zu Russland stationiert, »um sich gegen die Bedrohung Amerikas durch iranische Nuklearraketen zu schützen«.

Die von Amerika angeführte Destabilisierung Tibets ist Teil einer höchst bedeutsamen strategischen Veränderung. Sie findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich die amerikanische Wirtschaft und der US-Dollar – immer noch die Weltreservewährung – in der schlimmsten Krise seit den 1930er-Jahren befinden. Es ist sehr bedeutsam, dass Washington den Wall-Street-Banker und ehemaligen Vorsitzenden von Goldman Sachs, Henry Paulson, nach China schickt, während man gleichzeitig Peking in Tibet in Verlegenheit bringt. Washington spielt buchstäblich mit dem Feuer. Seit Langem hat China Japan als das Land mit den größten Devisenreserven abgelöst; diese bewegen sich jetzt in der Größenordnung von 1,5 Billionen $, die zumeist in amerikanischen Schatzpapieren angelegt sind. US-Finanzminister Paulson weiß genau: Wenn Peking es wollte, könnte China durchaus den Dollar in die Knie zwingen, wenn es nur einen kleinen Teil der amerikanischen Schatzpapiere auf dem Markt verkaufte.







[1] »Ex-Nazi, Dalai's tutor Harrer dies at 93«, The Times of India, 9. Januar 2006, unter: http://timesofindia.indiatimes.com/articleshow/msid-1363946,prtpage-1.cms.

[2] Goodrick-Clarke, Nicholas, Black Sun: Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity, New York University Press, 2001, S. 177.



[3] Goldner, Colin, »Mönchischer Terror auf dem Dach der Welt, Teil 1: Die Begeisterung für den Dalai Lama und den tibetischen Buddhismus«, 26. März 2008, Auszug aus dem Buch Dalai Lama: Fall eines Gottkönigs, Alibri Verlag; eine neue Ausgabe erscheint im April 2008, nachzulesen unter: http://www.jungewelt.de/2008/03-27/006.php.

[4] Parenti, Michael, »Friendly Feudalism: The Tibet Myth«, Juni 2007, unter: www.michaelparenti.org/Tibet.html.



[5] Mann, Jim, »CIA funded covert Tibet exile campaign in 1960s«, The Age (Australien), 16. September 1998.



[6] Ignatius, D., »Innocence Abroad: The New World of Spyless Coups«, The Washington Post, 22. September 1991.



[7] Blum, William, »The NED and ›Project Democracy‹«, Januar 2000, unter: www.friendsoftibet.org/databank/usdefence/usd5.html.



[8] Barker, Michael, »›Democratic Imperialism‹: Tibet, China and the National Endowment for Democracy«, Global Research, 13. August 2007, www.globalresearch.ca.



[9] McGehee, Ralph, »Ralph McGehee’s Archive on JFK Place, CIA Operations in China Part III«, 2. Mai 1996, unter: www.acorn.net/jfkplace/03/RM/RM.china-for.



[10] US Tibet Committee, »Fifteen things you should know about Tibet and China«, unter: http://ustibetcommittee.org/facts/facts.html.



[11] Goldner, Colin, »Mönchischer Terror auf dem Dach der Welt, Teil 2: Krawalle im Vorfeld der Olympischen Spiele«, a.a.O.

[12] Mowat, Jonathan, »The new Gladio in action?«, Online Journal, 19. März 2005, unter: http://onlinejournal.com/artman/publish/printer_308.shtml.

[13] Ebenda.

[14] Ebenda.

[15] Brzezinski, Zbigniew, »A Geostrategy for Eurasia«, Foreign Affairs, 76:5, September/Oktober 1997.



Mittwoch, 16.04.2008
Kategorie: F. William Engdahl, Allgemeines, Geostrategie, Enthüllungen, Geheimdienste, So lügen Journalisten

Von: F. William Engdahl

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